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19. April 2009

Sachsenhausen bei Berlin

Gegen das Vergessen:
Befreiung des KZ Sachsenhausen

KZ-Überlebende und ihre Angehörigen, Mitglieder zahlreicher diplomatischer Vertretungen, Repräsentanten aller großen demokratischen Parteien und der Zivilgesellschaft sowie geschichtsbewusste Bürgerinnen und Bürger gedachten der Befreiung des KZ Sachsenhausen durch sowjetische und polnische Soldaten vor 64 Jahren. Am 22. April 1945 fand die Rote Armee nur noch ca. 3.000 kranke und schwer kranke Häftlinge vor, die nach der Räumung des Lagers durch die SS vom Vortag zurückgelassen worden waren. 33.000 der noch verbliebenen 36.000 Häftlinge waren am 21. April zum Aufbruch zu einem Todesmarsch gezwungen worden.

Im KZ Sachsenhausen waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200 000 Menschen aus ca. 40 Nationen inhaftiert. Häftlinge waren zunächst politische Gegner des NS-Regimes, dann in immer größerer Zahl von den Nazis als rassisch und biologisch minderwertig erklärte Menschen (Juden, Homosexuelle, Roma und Sinti sowie geistig Behinderte), Mitglieder der Zeugen Jehovas und ab 1939 zunehmend Bürgerinnen und Bürger der besetzten Staaten Europas. Zehntausende wurden durch Unterernährung, Krankheiten, Zwangsarbeit, Misshandlungen, systematische Vernichtungsaktionen und medizinische Experimente ermordet. Unter den im KZ Sachsenhausen Internierten befanden sich u.a. folgende Genossen: Robert Abshagen, Julius Adler, Rudi Arndt, Otto Auerswald, Bernhard Bästlein, Rudolf Breitscheid, Gustav Bruhn, Georg Elser, Erwin Geschonneck, Ernst Grube, Lambert Horn, Franz Jacob, Max Lademann, Hans Rothbarth, Gustl Sandtner, Ernst Schneller, Georg Schumann, Mathias Thesen und Herbert Tschäpe.