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8. Mai 2009

Lesen gegen das Vergessen

Gedenken an die Bücherverbrennung der Nazis

Nachdem die Nazis im Januar 1933 mit Hilfe einflussreicher Kreise des »Reichs« die politische Regie in Berlin übernehmen konnten, begann die organisierte und systematische Verfolgung von antifaschistischen Menschen. Im 10. Mai 1933 betrieben die Nazis die propagandistische Abrechnung mit pazifistischem, marxistischem oder einfach nur progressivem Gedankengut im Rahmen der Aktion »Wider den undeutschen Geist«. Nazistudenten plünderten beispielsweise das Institut für Sexualwissenschaft von Magnus Hirschfeld und verbrannten am 10. Mai auf dem Opernplatz (heute Bebelplatz) Werke von Schriftstellern wie Ossietzky, Kästner, Brecht, Graf und vielen anderen. Dies wurde begleitet mit Hetze, geradezu ritualisiert wurden die Werke unter dem Johlen der braunen Horden vernichtet.

DIE LINKE gedenkt alljährlich dieser Barbarei mit ihrem »Lesen gegen das Vergessen« auf dem Bebelplatz, am Mahnmal für die Bücherverbrennung. Eröffnet wurde die Lesung am heutigen 8. Mai 2009 von der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Lala Süßkind. Im Anschluss lasen Schulklassen, Beate Klarsfeld, Gregor Gysi, Gesine Lötzsch und viele andere. Ich habe mich für einen Ausschnitt aus dem Buch »Die Weltreise eines Sexualforschers« von Magnus Hirschfeld entschieden. Begleitet wurde die Lesung von der Niederlegung von Blumen und eines Kranzes. Außerdem wurden Unterschriften für eine Petition gesammelt, die sich für den Respekt vor dem Gedenken am Mahnmal für die Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz einsetzt.

Klaus Lederer

Fotos: Klaus Singer