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16. März 2011

Empfang queer

Schernikau gehörte zu den wohl schillerndsten Gestalten der Deutsch-Deutschen Literaturlandschaft. Geboren in Magdeburg, wuchs er nach der gemeinsamen Flucht seiner Mutter im Kofferraum eines Diplomatenfahrzeugs in Lehrte bei Hannover auf. Vor seinem Abitur verfasste er den viel beachteten schwulen Coming-Out-Roman »Kleinstadtnovelle.« Er war Teil der Westberliner Alternativkultur, studierte in Leipzig Literatur und wurde im Oktober 1989 Staatsbürger der DDR. 1991 starb er an den Folgen einer HIV-Infektion. Einige seiner Theateraufführungen feierten ihre Premiere im SchwuZ, dass sich damals noch in der Kulmer Straße in Schöneberg befand. Das SchwuZ ist eine (West-) Berliner Szenelokalität, gegründet von der sozialistisch orientierten Homosexuellen Aktion Westberlin, es wollte eine Alternative zum kommerziellen schwulen Mainstream bieten. Auch heute bietet es in den Kreuzberger Kellerräumen einen Platz für alternative Gegenkonzepte.