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22. August 2011

Wahlprogramm in leichter Sprache übergeben

Die Auszubildenden beim Nueva-Projekt freuten sich: Mit Sozialsenatorin Carola Bluhm und dem Landesvorsitzendenden der Berliner Linken Klaus Lederer kamen gleich zwei Spitzenleute zu Besuch in ihr Projekt. Sie wollten das Wahlprogramm in leichter Sprache abholen und sich gleichzeitig über das Projekt informieren.

Bei Nueva werden derzeit 15 Menschen mit Behinderungen  unterschiedlicher Altersgruppen zu Evaluatorinnen und Evaluatoren ausgebildet. Grundidee ist, dass Menschen, die selbst Behinderungen haben viel besser als Nicht-Behinderte beurteilen können, welche Dienstleistungen sie brauchen, welche ihnen nichts nützt und wie sie gestaltet sein müssen. Deshalb besuchen und untersuchen die EvaluatorInnen Werkstätten und Einrichtungen. Sie erlernen die Gebärdensprache. Viele beherrschen auch die Übersetzung konventioneller Texte in »leichte Sprache«. Diese nutzt neben geschriebenen Wörtern auch aussagekräftige Illustrationen, um schwierige Texte auch für Menschen begreifbar zu machen, die sie sonst nicht verstehen könnten. Deshalb hat die Linke Berlin das Nuevo-Ausbildungsprojekt bei der Berliner Lebenshilfe gebeten, das Wahlprogramm komplett in einfache Sprache zu übersetzen.

Das haben Enrico Schaffrath, Nadine Rüstow und Jasenka Brzinsky meisterhaft geschafft und sie sind zurecht stolz auf ihr Werk. »Gerade für uns Politikerinnen und Politiker ist Ihre Arbeit Vorbild«, sagte Klaus Lederer, als Enrico Schaffrath ihm die Programme überreicht hat. »Wir verfallen nur allzuoft in für viele unverständliches Politikerdeutsch«. Und Carola Bluhm unterstrich die Bedeutung von Projekten wie Nueva, die es mit ganz praktischer Arbeit schaffen, Wege zu gesellschaftlicher Teilhabe zu öffnen. Die Nueva-Auszubildenden und die Leiterin des Projekts, die Geschäftsführer der Lebenshilfe und Andre Blossin, Mitglied des Lebenshilfe-Aufsichtsrats, nutzten die Gelegenheit, Carola Bluhm weitere Hausaufgaben mitzugeben: Vor allem die S-Bahn müsse nicht nur regelämäßiger fahren, sondern für Menschen mit Behinderungen besser erreichbar sein, die Barrierefreiheit sei noch lange nicht gewährleistet. Und die Bundesagentur für Arbeit bzw. die Jobcenter sollten endlich aufhören, die Nuewa-Auszubildenden zu bedrängen und stattdessen anerkennen, dass sie hier eine vernünftige Ausbildung durchlaufen.

Zum Wahlprogramm der Linken in einfacher Sprache geht es hier