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25. November 2012

Mit Lust und Leidenschaft in die Bundestagswahl

Volles Haus am Sonntag morgen im Quadriga Forum in Mitte. Erstmals hat die Berliner LINKE zur Matinee eingeladen, um ihre bislang aufgestellten Direktkandidatinnen für die Bundestagswahl vorzustellen. Gekommen waren viele Genossinnen und Genossen aus der ganzen Stadt, ältere, mittelältere und ganz junge, gespannt, ein bisschen aufgeregt und mit guter Laune. Und gekommen waren die Kandidatinnen und Kandidaten, denen es nicht besser ging.

Gregor Gysi, am abend vorher mit über 98 Prozent zum Direktkandidaten in Treptow-Köpenick nominiert, Petra Pau (Marzahn-Hellersdorf), Gesine Lötzsch (Lichtenberg), Stefan Liebich (Pankow) und Halina Wawzyniak (Friedrichshain-Kreuzberg) mit nicht minder guten Ergebnissen, wollen ihre Mandate verteidigen. Und Klaus Lederer (Mitte), Hakan Tas (Reinickendorf) und Marlene Cieschinger (Charlottenburg-Wilmersdorf) treten an, um die LINKE auch im nächsten Jahr wieder mit einer starken Fraktion in den Deutschen Bundestag schicken zu können. 

"Sie können alle Blumen abschneiden, aber nie werden sie den Frühling aufhalten können." - mit diesem Zitag von Canto General leitete Moderatorin Azize Tank, designierte Kandidatin in Tempelhof-Schöneberg, die erste Gesprächsrunde ein. Und sehr schnell merkte das Publikum, dass es diesmal nicht ist wie immer. Mit Sarah Fingarow aus Marzahn-Hellersdorf und Julius Vogt aus Schwedt übernahmen zwei junge GenossInnen die Gesprächsleitung und fragten Gesine Lötzsch und Petra Pau auch gleich, was sie eigentlich in ihren Geburtsjahren 1987 und 1996 getan haben.

Rückblick und Ausblick, Lust und Leidenschaft auf Politik und Veränderung unserer Gesellschaft waren die Leitmotive dieser Matinee. Überraschungsgast Lothar Bisky übernahm die Befragung von Gregor Gysi und Halina Wawzyniak, nicht wissend, was er fragen würde. Denn das musste er erst Überraschungseiern entnehmen. So kamen Gregor Gysi und Halina Wawzyniak auch das ein oder andere Mal ins Schwitzen als sie u.a. nach ihren größten Fettnäpfchen befragt wurden, in welchem Film sie gerne mitspielen würden und was ihnen am allerbesten an ihrem Berlin. 

Dass Berlin so ungewöhnlich, so lebendig ist, unterstrich Doris Syrbe, eine der etwas älteren Besetzerinnen der Seniorenbegegnungsstätte Stille Straße. Sie stellte Stefan Liebich vor, der die ganze Zeit der Besetzung lang, 111 Tage, intensiv an der Seite der BesetzerInnen gekämpft hat, der in Pankow mit der dortigen LINKEN dafür gesorgt hat, dass der Abbruch und die Verdrängung wichtiger Kultur- und Freizeiträume durch rot-grün nicht gelungen ist.

Wir kämpfen um jede Stimme bei der Bundestagswahl, aber jeden Tag um das Miteinander in dieser Stadt, gegen Ausgrenzung, gegen Rassismus, gegen soziale Spaltung, machten Hakan Tas und Marlene Cieschinger deutlich. Und der Landesvorsitzende und Mitte-Kandidat Klaus Lederer unterstrich: "Wir sind nicht um unserer selbst willen hier. Die LINKE ist auch nicht um ihrer selbst willen gegründet worden. Sie ist notwendig in diesem Land als Kämpferin für soziale Gerechtigkeit. für Frieden, für Demokratie". Mit Lust und Leidenschaft wird die LINKE in den Wahlkampf ziehen. Das hat diese Matinee unter lautstark bejubelten Stücken von Andrej Hermlin und seiner Swingband deutlich gemacht.