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20. Juli 2012

Eine Nachtschicht im »Kotti & Co.« und eine Spende für das Protestcamp in Kreuzberg

Die Mieterinnen und Mieter in Berlin protestieren schon länger gegen die stetig steigenden Mieten. Das Wohnen in der Innenstadt darf nicht nur Besserverdienenden vorbehalten sein. Eine Verdrängung von Mieter_innen mit wenig Geld an den Stadtrand darf es nicht geben. Dagegen protestiert die Mieter_inneninitiative Kotti & Co auf sehr kreative Weise. Seit dem 25. Mai steht direkt auf dem Kottbusser Tor in Kreuzberg eine kleine Holzhütte (Geçekondu), welche von der Mieter_inneninitiative rund um die Uhr besetzt ist und so die Dringlichkeit einer Lösung sowie die Vehemenz des Protestes verdeutlicht. Die Initiative, Kotti & Co, besteht aus den Mieter_innen der staatlich subventionierten Wohnungsbaugesellschafen Hermes und GSW am und um den Kotti. Die staatliche Zuwendung soll gewährleisten, dass bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht. Doch bezahlbar sind diese Wohnräume schon lange nicht mehr. Das Protestcamp, Kotti & Co, steht also symbolisch für die starke Unzufriedenheit der Anwohner_innen und ist ein Signal dafür, dass die Mieter_innen bereit sind, im Kampf gegen die steigenden Mieten und Verdrängung, bis an ihre Grenzen zu gehen. Kotti & Co Aktivist_innen berichten, dass die Tage und vor allem Nächte im Protestcamp lang sind, aber so lang es keine Lösung für ihre Probleme gibt, werden sie weiter protestieren. Halina Wawzyniak unterstützt diese Form des Protestes und zeigt mich mit den Protestierenden solidarisch. Deswegen spendet Halina ihre Monatsspende für den August in Höhe von 330 € den Kotti & Co-Aktivist_innen. Doch damit nicht genug! Angesichts des bisher verregneten, kalten und stürmischen Berliner Sommers sind für die Kotti & Co-Aktivist_innen vor allem die Nachtschichten unangenehm. Bisher konnten die Protestcampler_innen die Schichten ganz gut untereinander aufteilen, doch stellen gerade die Nachtschichten, mit dem Beginn des Ramadans, besonders für die muslimischen Protestcampler_innen eine große Belastung dar. Aus diesem Grund übernahm Halina Wawzyniak gemeinsam mit ihrem Büro Team, der Basisorganisation von Dannen (DIE LINKE) und dem Bezirksverordneten, Reza Amiri, (DIE LINKE Friedrichshain-Kreuzberg) eine Doppelschicht in der Nacht vom 19. zum 20. Juli. So wurden die Kotti & Co-Aktivist_innen zumindest für diese Nacht entlasten und die Unterstützer_innen konnten den Kotti von einer ganz anderen Seite miterleben. Soviel sei gesagt: Trotz der Müdigkeit, die allen in die Gesichter geschrieben war, haben die unterschiedlichsten Menschen, wie Partygänger_innen, alt Eingesessenen Kotti Bewohner_innen, interessierten Passant_innen und vielen anderen, die Nacht im Protestcamp zu einer schönen Zeit, mit einer Fülle von Ereignissen, gestaltet. Es lohnt sich also nicht nur aus Solidarität das Kotti und Co-Camp zu unterstützen, sondern auch um den Kotti, mit all seinen Facetten, kennenzulernen. DIE LINKE wird die Proteste weiterhin unterstützen. Unser gemeinsames Ziel ist es, den Kotti zu erhalten, genau so wie er ist!

Zerrin Günes