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Mit den Schlecker-Frauen

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15. März 2012

Wir sind laut, weil Schlecker uns die Arbeit klaut

Mehrere hundert Beschäftigte und UnterstützerInnen der von Entlassung bedrohten Schlecker-VerkäuferInnen demonstrierten heute mit verdi vorm Roten Rathaus. Die Politik ist gefordert, die Beschäftigten nicht in die Erwerbslosigkeit zu entlassen

"Aus den Schleckerläden kommen wir, um unsere Arbeitsplätze kämpfen wir", sangen Beschäftigte vieler Berliner Schlecker-Läden gemeinsam mit verdi und vielen vielen Unterstützerinnen. Dabei machten sie deutlich, dass sie um jeden Arbeitsplatz und jeden Markt der in die Insolvenz gegangenen Drogeriemarkt kämpfen werden.

"Es kann nicht sein, dass wir für die Misswirtschaft eines Familienbetriebs die Zeche zahlen", rief eine der Beschäftigten aus. Sie hatte am Morgen gemeinsam mit anderen versucht, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine Resolution zukommen zu lassen. Dabei stellte sie unter Beweis, dass sie bei allem Kampf den Humor nicht verloren hat. 

Die Parteivorsitzende der Linken Gesine Lötzsch forderte von der Bundesregierung, sich genauso für die Schlecker-Arbeitsplätze einzusetzen, wie sie es vorher bei Holzmann oder dem Rüstungskonzern EADS getan habe. Damals ging es um hoch bezahlte Männerarbeitsplätze. Jetzt geht es vor allem um Frauenarbeitsplätze. "Die verdienen das gleiche Engagement", rief sie unter lautem Beifall aus.

Der  Bundesvorsitzende von verdi, Frank Bsirske, berichtete von den Verhandlungen mit der Bundesregierung, jetzt eine Transfergesellschaft zu gründen, die die Schlecker-Frauen weiter beschäftigt, sie qualifiziert und neue Perspektiven auf dem ersten Arbeitsmarkt eröffnet. Er zeigte sich optimistisch, dass das diesmal gelingen kann. Die Länder Berlin und Brandenburg haben bereits ihre Bereitschaft signalisiert, sich zu beteiligen.

"Wir kämpfen gemeinsam", sagte Bsirske, "und arbeiten dafür, dass wir eine Lösung finden, die den Frauen neue Möglichkeiten schafft und Vereinzelung verhindert."

Familie Schlecker kam unterdessen nicht so gut weg. Ihre Konterfeis wurden am Ende der Kundgebung in Müllsäcke gestopft.