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9. Februar 2012

Schokoladen bleibt

Es bleiben nur noch 13 Tage, bis der Räumungstitel für den Schokoladen fällig wird. Dann droht einem der letzten Orte alternativer Kultur und Lebensweise in Mitte das Aus und die polizeiliche Räumung.

Der Eigentümer, Herr Friedrich, hat mit dem Gelände an der Ackerstraße andere Pläne und überzieht den Verein Schokoladen e.V. seit Monaten mit Räumungsklagen. Der Bezirk Mitte betont den Willen aller Beteiligten im Bezirksamt und in der BVV von Linken, Grünen bis zu CDU, den Schokoladen zu erhalten. Der Senat beteuert, an einer Lösung interessiert zu sein. Tatsächlich aber bewegt sich nichts. Auf einer vom Schokoladen einberufenen Pressekonferenz bekräftigt Baustaatssekretär Ephraim Gothe allerdings seinen erklärten Willen, doch noch zu einer Lösung zu kommen. Er habe den Liegenschaftsfonds des Landes Berlin gebeten, dem Eigentümer alternative Standorte anzubieten, wo er seine Pläne gleichermaßen verwirklichen könne. Die Verhandlungen laufen noch und Gothe bittet darum, die Nerven zu behalten und die Situation nicht weiter zu eskalieren.

Eine Bitte, der für die Schokoladen-Leute schwierig zu folgen ist, denn die Zeit bis zum 22.2. um 8 Uhr läuft. Sie bekräftigen ihren Willen, auf jeden Fall vorher zu einer Einigung zu kommen, betonen aber auch, dass sie in ihrem Protest und ihrer politischen Arbeit nicht nachlassen werden.

Klaus Lederer unterstützt sie: »Es ist richtig, jetzt die Nerven zu behalten, aber ein bisschen laut muss man sein. Sonst bewegt sich nichts«. Er fordert einen Wechsel in der Liegenschaftspolitik des Landes. »Es darf nicht mehr nur darum gehen, die landeseigenen Grundstücke zum höchst möglichen Preis loszuschlagen«, sagte er. Wichtig sei es, stadtentwicklungs- und gesellschaftspolitische Gesichtspunkte in der Liegenschaftspolitik zum Tragen zu bringen. Ins gleiche Horn stoßen VertreterInnen von Grünen und Piraten. Sollte es bis zum 22.2. nicht zu einer Einigung mit dem Eigentümer kommen, werden wir den Schokoladen auch am Tag selbst bei seinen Protesten unterstützen. »Vivat Schokoladen!«