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10. Mai 2013Auf dem Bebelplatz

Lesen gegen das Vergessen

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© Fotos: Frank Schwarz

80. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nazis

Im Mai 1933 brannte es überall in Deutschland. Aufgestachelte Nazi-Horden warfen alles in die Flammen, was sie als »undeutschen Geist« gebrandmarkt haben. Die Liste der Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Werke verbrannt worden sind, ist lang. Auch auf dem Opernplatz, dem heutigen Bebelplatz, loderte am 10. Mai 1933 das Feuer. Das Publikum johlte zur Vernichtung von mehr 20.000 Büchern. »…dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende Menschen« schrieb bereits Heinrich Heine. Nur wenige Jahre später rauchten die Schornsteine der Krematorien der Nazi-Vernichtungslager von Auschwitz bis Majdanek.

Seit Jahren erinnert DIE LINKE am 10. Mai am Denkmal »Versunkene Bibliothek« des israelischen Künstlers Micha Ullmann gemeinsam mit Menschen aus aller Welt und vielen Gästen an das Geschehen. Bekannte und unbekannte Autorinnen und Autoren werden gelesen, moderiert von der Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch. So auch heute. Und dass die Kulturvernichtung der Nazis weit mehr war als die Vernichtung von Schriften, demonstrierte das Jazz Collegium Berlin durch einen musikalischen Auftakt, der auch an Coco Schumann erinnern sollte. Diese Ikone des Nachkriegs-Jazz wurde von den Nazis 1943 in das Ghetto Theresienstadt verschleppt.

Die 102jährige Schriftstellerin Elfriede Brüning, damals Mitglied des Bundes Proletarischer Schriftsteller und Zeitzeugin der Bücherverbrennung, las heute aus ihren Erinnerungen an jene Tage. Carl von Ossietzky, Stefan Heym, Erich Maria Remarque, Nelly Sachs, Erich Fried, Erich Kästner, Magnus Hirschfeld, Johannes R. Becher, Walter Mehring und viele andere Autorinnen und Autoren wurden von Beate Klarsfeld, Gregor Gysi, Daniela Dahn, Stefan Bergel, Heidi Kloor, Klaus Lederer, Regina Scheer, Roland Claus und auch von Studierenden der Michigan University vorgetragen. Und viele Passantinnen und Passanten verweilten bei der Lesung, die eindrucksvoll einen Ausschnitt des Schaffens der den Nazis verhassten humanistischen Literatur zeigte.

Klaus Lederer