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16. Februar 2013

Kein Raum für Nazis

Zu einer Informationsveranstaltung hatte die NPD eingeladen, ausgerechnet ins bezirkseigene Nachbarschaftszentrum am Bat-Yam-Platz in Neukölln. Ein breites Neuköllner Bündnis rief auf, der NPD diesen Raum nicht zu lassen. Und viele Berlinerinnen und Berliner waren gekommen. 

Viele kamen von Gewerkschaften, der LINKEN. Berlin, der Kirche, der VVN-BDA, aus Flüchtlingsgruppen, der SPD und vielen anderen. Selbst Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky ließ sich blicken und versicherte, er wolle die NPD nicht in Neukölln haben, könne ihr aber den Raum nicht verweigern. Für die LINKE betonte der Neuköllner Direktkandidat für die Bundestagswahl und Landesvorstandsmitglied Ruben Lehnert, dass Neukölln schon immer international war, schon immer Migrantinnen und Migranten aus vielen Ecken der Welt angezogen hat - wie das Böhmische Dorf in Rixdorf immer noch unter Beweis stellt - und dass die LINKE alles tut, dem um sich greifenden Rassismus und der menschenverachtenden Propaganda der Nazis entgegenzutreten. 

 Unschöne Szenen gab es, als ukrainische Feministinnen mit entblößten Oberkörpern gegen jede Form von Rassismus und Neonazismus protestierten. Sie wurden festgenommen, nach Intervention unserer Abgeordneten Halina Wawzyniak, Hakan Tas und Elke Breitenbach aber bald wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die NPD hatte derweil nicht sehr viel Freude an ihrer Veranstaltung. Nur rund ein Drittel der ZuschauerInnen konnte sie zu ihren AnhängerInnen zählen, der Rest waren in den Saal hineingesickerte DemonstrantInnen, die lautstarken Widerspruch formulierten. Der Einsatzleiter der Polizei blieb - trotz mehrfacher Interventionen des Nazi-Ordnungsdienstes - cool. Es sei schließlich eine öffentliche Veranstaltung und es herrsche Meinungsfreiheit....

Text und Fotos: Katina Schubert