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12. Juli 2014Reinickendorf

»Null Bock auf Luxus-Ghetto«

Pressekonferenz in der Kleinhaussiedlung »Am Steinberg« Pressekonferenz in der Kleinhaussiedlung »Am Steinberg« Pressekonferenz in der Kleinhaussiedlung »Am Steinberg« Pressekonferenz in der Kleinhaussiedlung »Am Steinberg« Pressekonferenz in der Kleinhaussiedlung »Am Steinberg« Pressekonferenz in der Kleinhaussiedlung »Am Steinberg« Pressekonferenz in der Kleinhaussiedlung »Am Steinberg« Pressekonferenz in der Kleinhaussiedlung »Am Steinberg«

Die Mieterinnen und Mieter der Kleinhaussiedlung »Am Steinberg« hatten Besuch. Die Bürgerinitiative hatte zur Pressekonferenz eingeladen, und rbb, Neues Deutschland, taz, Der NordBerliner u.a. nutzten die Möglichkeit, aktuelle Informationen über den Kampf der Anwohner gegen ihre Verdrängung aus der denkmalgeschützten Siedlung mittels aufgezwungener Luxusmodernisierung zu erfahren. Vor Ort waren auch Vertreter der LINKEN, SPD und B90/Grüne, des Berliner Mietervereins sowie der BI Mittelheide-Märchenviertel aus Treptow-Köpenick, die gegenüber den gut 60 anwesenden Mietern ihre (wie auch immer geartete) politische Unterstützung erklärten.

Als Sprecher der BI gab Lothar Kolbe einen Überblick über die Geschichte der Siedlung, in der seit 1920 Familien in der fünften Generation leben, die nun um ihre Zuhause bangen müssen und – zumeist vom Bezirk alleingelassen – sich gegen die Willkür des Investors wehren. Er bekräftigte die Bereitschaft der Mieter, sich mit dem Investor an einem »runden Tisch« an neutralem Ort in der nahegelegenen »Hoffnungskirche« zu treffen, aber nicht zu den von Baustadtrat Lambert (CDU) in seinem »6-Punkte-Plan« als »Friedenspflicht« auferlegten Bedingungen.

In einer Vielzahl von Gesprächen mit den Anwohnern bekundeten Katrin Lompscher (stellv. Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus und deren bau-, wohnungs- und stadtentwicklungspolitische Sprecherin) und unser Reinickendorfer Abgeordneter Hakan Taş erneut die Solidarität der LINKEN. Katrin Lompscher regte an, ähnlich wie im Märchenviertel mit Unterstützung des Mietervereins eine Rahmenmodernisierungsvereinbarung mit dem Investor auszuhandeln. Dazu seien der politische Wille und die Unterstützung des Bezirksamtes und der BVV vonnöten. Die Mieter könnten den öffentlichen Druck auf den Investor und die Bezirkspolitik erhöhen, wenn sie von der Möglichkeit eines Einwohnerantrages Gebrauch machten – ein Gedanke, der auf offensichtliches Interesse bei den Mietern, weniger bei den anwesenden Bezirkspolitikern stieß.

Mein Gesamteindruck des Nachmittags: Investor und Bezirkspolitik müssen sich weiter auf eine »unruhige Siedlung« einstellen, solange die Interessen der Mieterinnen und Mieter nicht berücksichtigt sind.

Klaus Gloede
Stellvertretender Bezirksvorsitzender der Reinickendorfer LINKEN

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