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5. Mai 2015

Europäischer Protesttag: Aufzug statt Auszug

Klare Worte heute von den Demonstrantinnen und Demonstrantinnen: „Wir reißen die Mauern ein“. Gemeint sind die Mauern, die in unserer Gesellschaft Menschen mit Behinderung an voller gesellschaftlicher Teilhabe hindern. 

Heute ist der europäische Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Rund 750 Menschen waren deshalb dem Aufruf des Behindertenverbandes und anderer Verbände und Organisationen gefolgt, um für die Gleichstellung, für den Abbau der gesellschaftlichen Barrieren und volle Teilhabe zu demonstrieren. Die UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen verlangt das schon lange. Die bundesrepublikanische Wirklichkeit hinkt da noch lange hinterher. Ilja Seifert, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschlang, forderte denn auch umfassende Barrierefreiheit, auch von Wohnungen. Deshalb die Slogans "Aufzug statt Auszug" und "Daheim statt ins Heim". Er plädierte für ein wirkungsvolles Bundes-Teilhabegesetz, für Menschenrechte statt "Wohltätigkeit" und den Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile.

Die Demo begann am Amtssitz der Bundeskanzlerin und führte zum Brandenburger Tor. Unterwegs rissen wir eine symbolische Barriere aus Vorurteilen ein. Ganz vorne dabei Dominik Peter, der Vorsitzende des Berliner Behindertenverbandes (BBV). Bei der Kundgebung diskutierten die behindertenpolitischen SprecherInnen die Möglichkeiten eines Bundes-Teilhabergesetzes. Unsere Landes- und Bundesarbeitsgemeinschaft selbstbestimmte Behindertenpolitik sammelte derweil notwendige Forderungen für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderung ein, die wir im Rahmen unserer Kampagne "Das muss drin sein" weiter verfolgen!

Fotos: Hans-Peter Clausen