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9. November 2017

Gegen das Vergessen

Was in der Nacht des 9. November 1938 geschah, erscheint heute für viele unvorstellbar: In ganz Deutschland wurden Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert und verwüstet, zahlreiche jüdische Bürger*innen verhaftet und ermordet. Bis zum heutigen Tag gilt jene Nacht als Auftakt für den größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.

Die Erinnerungen an die Ereignisse von damals werden gegenwärtig, wenn wir die Bilder der letzten Wochen und Monate vor die Augen halten. Jüngst wurden in der Hufeisensiedlung alle verlegten Stolpersteine aus der Erde gerissen – das Ergebnis eines zutiefst vergifteten politischen Klimas. Die Wunden im Kopfsteinpflaster werden jedoch nicht lange bleiben – unsere Abgeordneten Anne Helm und Niklas Schrader werden für zwei neue Stolpersteine spenden.

Mit dem Putzen von Stolpersteinen gedachten wir der Opfer des Nationalsozialismus. Darunter die Stolpersteine von Georg Abel, Alfred Krebs und Wilhelm Manke für deren Stolpersteine Landesvorsitzende Katina Schubert die Patenschaft übernommen hat. Viele Abgeordnete der Linksfraktion putzten Stolpersteine in ihren Kiezen und gedachten der Opfer.

Auch an der abendlichen Verlesung der Namen der 55.695 von den Nazis ermordeten Berliner Jüdinnen und Juden haben wir uns beteiligt. Die Toten mahnen uns. Aber wir dürfen die Lebenden nicht vergessen. Deshalb gilt: Antisemitismus entschlossen entgegentreten.