Aufruf der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien
zur Abgeordnetenhauswahl und BVV-Wahl 2006
Am 17. September 2006 entscheiden die Berlinerinnen und Berliner mit Ihrer Stimmabgabe über die Zusammensetzung eines neues Abgeordnetenhauses und der 12 Bezirksverordnetenversammlungen.
Die Achtung der Menschenwürde, gegenseitige Toleranz sowie freie, gleiche und geheime Wahlen sind die wichtigsten Merkmale unserer Demokratie und unserer offenen Gesellschaft. Unabhängig von verschiedenen Meinungen in Sachfragen stehen wir, die unterzeichnenden Parteien, für diese demokratische Gesellschaft: für Toleranz und gegen Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus und Gewalt.
Nicht alle Parteien, die bei den Wahlen am 17. September 2006 zugelassen sind, vertreten diese Grundwerte. Zur Abgeordnetenhauswahl wird erneut die NPD antreten, eine Partei, die eng mit den neo-nazistischen »Kameradschaften« verflochten ist. Die »Kameradschaften« sind der Kern des militanten rechtsextremen Spektrums. Diese Verbindung von militantem Rechtsextremismus und NPD bildet den Nährboden für die aktuell zunehmende rechte Gewalt in unserer Stadt. Die Rechnung der Rechtsextremen, ins Abgeordnetenhaus einzuziehen, darf nicht aufgehen: Berlin zeigt und lebt Demokratie, Toleranz und Offenheit für andere Kulturen, auch für die zukunftsfähige Entwicklung unserer Stadt.
Angesichts der Gefahr, die ein sich ausbreitender Rechtsextremismus für das freie, weltoffene und demokratische Berlin darstellt, haben sich die unterzeichnenden Parteien auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt:
Aber es muss mehr passieren, als den Einzug der Rechtsextremen in das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen zu verhindern. Es besteht die dringende Notwendigkeit und gesellschaftliche Verpflichtung für jeden Einzelnen von uns, gegenüber allen Erscheinungsformen rechtsextremistischer und fremdenfeindlicher Gewalt mit konsequenter, persönlicher Zivilcourage aufzutreten. Wir wählen diese klaren Worte angesichts der erschreckend hohen Zahl rechtsextremer Gewaltstraftaten.
Wir rufen die Berlinerinnen und Berliner auf:
Engagieren Sie sich! Unsere Gesellschaft lebt vom Mitmachen, mitbestimmen und mitarbeiten. Zivilcourage beginnt bei jeder und jedem Einzelnen! Wir bitten Sie: Sehen Sie hin, nicht weg! Schreiten Sie ein, wenn Rechtsextreme mit Pöbeleien und Angriffen die Straße für sich gewinnen wollen! Rassismus und Gewalt entstehen da, wo die Gesellschaft wegschaut.
Berlin lebt von der Vielfalt der Berlinerinnen und Berliner. Dabei soll es zum Wohl unserer Stadt auch zukünftig bleiben. Setzen Sie ein Zeichen, gehen Sie wählen und erteilen Sie jeder Art von Rechtsextremismus eine klare Absage.
CDU
Die Linkspartei.PDS
SPD
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
FDP