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8. Mai 2001Werner Ruch

1946: Ehrung von GewerkschafterInnen im Treptower Park

Hunderte Berliner Gewerkschafter der AEG und Osram, der BVG, Bewag, Berliner Brauereien, der Bezirksämter und der Polizei, Vertreter des Hauptausschusses der Opfer des Faschismus und der Jugendausschüsse nehmen am 30. April 1946 an der Enthüllung eines Gedenksteines für die im Kampf um die Befreiung Berlins gefallenen Rotarmisten teil.

Die Initiative ging hierzu vom Berliner Maikomitee aus. Es hatte sich am 4. April 1946 im Parteihaus der SPD in der Behrenstraße, am späteren August-Bebel-Platz, konstituiert. Ihm gehörten Vertreter der beiden Arbeiterparteien, der Gewerkschaften, Vertreter aus Berliner Betrieben der vier Besatzungssektoren, der Wissenschaft und Kunst an.

Unter den Teilnehmern der Ehrung befinden sich: Hans Jendretzky, frisch gewählter Vorsitzender des FDGB, Roman Chwalek, 1. Vorsitzender des FDGB Groß-Berlin und sein Stellvertreter Hermann Schlimme, Wally Volmer, Vorsitzende des Gewerkschaftsausschusses der nahe gelegenen Elektro-Apparatewerke Treptow, und Ottomar Geschke, Stadtrat und Vorsitzender des Hauptausschusses der Opfer des Faschismus.

Wally Vollmer und Hermann Schlimme sprechen Worte des Gedenkens. Schlimme steht noch unter dem Eindruck des Widerstandskampfes gegen die Hitlerdiktatur, des Erfolgs der freien Einheitsgewerkschaften seit ihrer Gründung im Juni 1945 und der urwüchsigen Einheitsstimmung, die er weniger Tage zuvor auf der Betriebsobleuteversammlung der Münchener Betriebe erlebte. Er hatte große Zustimmung erhalten für seine Ausführungen über die Notwendigkeit der Einheit der Arbeitsklasse. Die Münchener Gewerkschafter beschlossen wie die Groß-Berliner, eine einhetiliche Kundgebung zum 1. Mai 1946 druchzuführen.

Eine der drei Inschriften auf dem Treptower Gedenkstein lautet: »Das schaffende Volk Berlins, den unsterblichen Helden der Roten Armee am 1. Mai 1946«. Das war eine Botschaft des 1. Mai 1946 mit seinen 500.000 Teilnehmern, die wir bewahren.

Der Treptower Gedenkstein, eingerahmt von Lebensbäumen, befindet sich heute wie damals am gleichen Platz, nämlich auf dem Gelände des am 8. Mai 1949 fertig gestellten sowjetischen Ehrenmals. Dieser Gedenkstein ist zu finden zwischen dem zweiten und dritten Steinsarkophag vom Haupteingang gesehen an der rechten Seite.

Gedenkstein PuschkinalleeGedenkstein PuschkinalleeGedenkstein Puschkinallee