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9. November 2013Klaus Lederer

75. Jahrestag der Reichspogromnacht

Der 9. November ist mehrfach Jahrestag historischer Ereignisse. Erinnert wird an die Ermordung Robert Blums 1848, die Ausrufung der Republik 1918, der gescheiterte Putschversuch der Nazis 1923, die Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland 1938, die Öffnung der Berliner Mauer nach Jahrzehnten des Kalten Krieges und der Teilung 1989.

DIE LINKE. Berlin und die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, aber auch Bundestagsabgeordnete und viele Mitglieder in den Bezirken, waren bzw. sind gestern und heute deshalb bei vielen Veranstaltungen und an Erinnerungsorten dabei: an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße, auf dem Friedhof der Märzgefallenen in Friedrichshain, beim Schweigemarsch zur Synagoge in der Oranienburger Straße, bei der Ehrung der jüdischen Opfer der Nazis. Es geht darum, zu würdigen und nicht zu vergessen.

Stellvertretend für unterschiedlichste Formen des Gedenkens will ich eine hervorheben: Heute vormittag wurde am ehemaligen II. Waisenhaus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in Pankow eine besondere Form des Gedenkens neu enthüllt. Initiiert von der Kommission für Bürgerarbeit und der VVN-BdA Pankow konnten die ersten vier Gedenktafeln mit Namen von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern aus dem Bezirk enthüllt werden, die durch Sammlung privater Spenden finanziert worden sind. Dr. Inge Lammel hat die Namen zusammengetragen. Dieser neue Gedenkort hilft mit, die Namen dem Vergessen zu entreißen. Wir haben uns als LINKE an der Unterstützung dieser Initiative beteiligt. Und auch heute morgen waren wir zahlreich vor Ort. Unter anderem haben Stefan Liebich und ich die Zeremonie mit Klezmer-Musik und einer berührenden Rede von Sergey Lagodinsky erlebt. 2079 Jüdinnen und Juden lebten 1938 in Pankow, wenig mehr als einhundert von ihnen 1945.

Die Anonymität aufzuheben, »von jetzt auf ewig«, wie Lagodinsky es formuliert hat, braucht noch Unterstützung. Denn bisher konnte nur ein Teil des Vorhabens realisiert werden. Deshalb wird weitere Unterstützung benötigt, die wir auch leisten werden. Selbst mit kleinen Beiträgen kann viel bewegt werden. Spenden für die Fertigstellung können auf das Konto 589115800 der VVN-BdA Berlin-Pankow bei der Berliner Volksbank (Bankleitzahl 10090000) überwiesen werden.