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5. Juli 2017Veranstaltung

Nachdenken über Geschichte:
40 Jahre Maxie Wander »Guten Morgen, Du Schöne« – Frauenbilder gestern und heute

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Landesvorstands »Nachdenken über Geschichte« haben wir diesmal das 40-jährige Jubiläum der Veröffentlichung von »Guten Morgen, Du Schöne« von Maxie Wander zum Anlass genommen, um über Frauenbilder gestern und heute zu sprechen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Katina Schubert, MdA und Landesvorsitzende DIE LINKE Berlin, führte Karsten Krampitz, Mitglied der Historischen Kommission DIE LINKE, in den historischen Kontext der Entstehung ein und gab eine Leseprobe aus dem 1977 erschienenen Buch »Guten Morgen, Du Schöne«.

Dann übernahm Astrid Landero, Projektmanagerin Frauenzentrum Paula Panke e.V., die Moderation und eröffnete die Podiumsdiskussion mit Prof. em. Irene Dölling, Mitbegründerin und ehem. Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre Frauenforschung; Elke Herer, ehem. frauenpolitische Sprecherin der PDS-Fraktion im Abgeordnetenhaus; Jana Hoffmann, Landesvorstand DIE LINKE Berlin; Prof. Hildegard Maria Nickel, ehem. Direktorin des Instituts für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und Dr. Gisela Notz, ehem. Bundesvorsitzende von pro familia.

Die ehemaligen Mitglieder der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, Evrim Sommer und Vera Vordenbäumen, steuerten Impulsstatements bei, bevor die Debatte schließlich in großer Runde mit den Veranstaltungsteilnehmerinnen und –teilnehmern fortgeführt wurde.

In der Debatte wurde deutlich, dass »Guten Morgen, Du Schöne« als authentischer Erfahrungsbericht, der emotional beeindruckend gesellschaftliche Auseinandersetzungen erlebbar machte, für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein prägendes Werk gewesen ist, wenngleich die Rezeption und der Stellenwert im Westen Deutschlands nicht die gleiche Bedeutung hatte. Maxie Wander beschrieb eindringlich, dass Frauen seinerzeit zwar weiterkommen konnten als ihre Mütter und Großmütter, dies aber keineswegs konfliktfrei ablief. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass auch in der DDR vielfach die klassische Rollenverteilung und eine Abwertung häuslicher Tätigkeiten Gang und Gäbe war, wenngleich bspw. die Erwerbstätigenquote von Frauen im Osten Deutschlands wesentlich größer war und die Möglichkeiten der Kinderbetreuung fortschrittlicher.

Das ein oder andere in Maxie Wanders Werk mag aus heutiger Sicht angestaubt wirken oder auch sein, aber viele aufgeworfene Fragestellungen sind auch heute noch relevant. Dies gilt erst recht in einer Zeit neuer Kulturkämpfe von rechts gegen die Emanzipation der Frauen mit Blick auf Trump, AfD und Co und konkret bspw. die aktuelle Hetze der AfD gegen Geschlechterforschung. Die Frauenbewegung in Ost und West hat als soziale Bewegung vieles erreicht. Das Erreichte muss aber nicht nur verteidigt werden. Die gesellschaftlichen Verhältnisse begründen immer noch Geschlechterungerechtigkeit und der Kampf für eine geschlechtergerechte Gesellschaft muss weitergehen und in mehreren Debattenbeiträgen wurde gefordert, die Überwindung des Patriarchats eng mit der sozialen Frage zu verknüpfen.