DIE LINKE. Berlin


24. August 2017Sommertour

Besuch des Selbsthilfe- und Stadtteilzentrums Günter-Zemla-Haus

Heute habe ich mit Felix (Lederle), dem Bezirks- und Fraktionsvorsitzenden der LINKEN in Reinickendorf meine aktuelle Projekte-Tour in Reinickendorf mit einem Besuch im Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum Reinickendorf – Günter-Zemla-Haus abgeschlossen.

Sehr freundlich wurden wir von Susanne Pistor und Adelina Koch, den beiden fest angestellten Sozialarbeiterinnen/-pädagoginnen des Hauses empfangen und bei Kaffee und Keksen haben wir uns über die soziale Lage im Märkischen Viertel ausgetauscht. Zwar ist das MV insgesamt auf einem guten Weg, nach wie vor gibt es aber große soziale Probleme wie bspw. Kinderarmut, die in der Treuenbrietzener Str. statistisch am dritthöchsten in ganz Berlin ist.

Das Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum, das im nächsten Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert und dem Unionhilfswerk gehört, ist eine für alle Menschen offene Begegnungsstätte mit einem spannenden, bunten Programm und derzeit 35 Gruppen, an denen Menschen aus ganz Reinickendorf und sogar dem brandenburgischen Umland teilnehmen. Jeweils fünf der Selbsthilfegruppen decken den Bereich psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen ab. Darüber hinaus gibt es mehrere gesundheitliche  Selbsthilfegruppen von MS bis Krebs. Dann bestehen Gruppen für Kulturpflege wie eine Aussiedlergruppe oder zwei Gruppen von Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund. Obwohl es nicht leicht ist, junge Menschen zu erreichen, gibt es auch mehrere Selbsthilfegruppen für junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren, die bspw. durch Impro-Theater ihre Ängste bearbeiten und überwinden lernen. Seit Jahren bietet das Haus ein Sprachcafé an, wo ungezwungen Konversation in deutscher Sprache geübt wird. Mit Blick auf die neuen Nachbarn mit Fluchthintergrund, die im nächsten Jahr ins MV ziehen werden, leistet das Günter-Zemla-Haus bereits Vernetzungsarbeit, wird das Haus perspektivisch zusätzliche Angebote erarbeiten und hat den Anspruch Begegnungen zwischen neuen und alten Nachbarn zu ermöglichen, wodurch Vorurteile und Ängste abgebaut werden. Angesichts des großen Bedarfs leidet das Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum unter Raumknappheit.

Pro Stadtteilzentrum werden vom Land für den Selbsthilfebereich anderthalb Stellen bezahlt, aber angesichts der großen Nachfrage in vielen Stadtteilzentren und des Mehrbedarfs mit Blick auf die Integration der nach Berlin geflüchteten Menschen, wäre eine Erhöhung der Personalmittel perspektivisch wünschenswert. Ungeachtet dessen ist es richtig, dass die zusätzlichen Mittel für die Stadtteilzentren, die die neue rot-rot-grüne Landesregierung aktuell zur Verfügung stellt, dafür verwendet werden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Stadtteilzentren besser zu entlohnen. Gemessen am gesellschaftlichen Nutzen werden Tätigkeiten im sozialen Bereich in Deutschland generell viel zu schlecht bezahlt und hier muss sich schnell etwas ändern. Den vielen Ehrenamtlichen, die im Günter-Zemla-Haus eine hervorragende Arbeit leisten, möchte ich an dieser Stelle herzlich danken.

Gerne haben wir die Anregung entgegengenommen, uns auf Bezirks- und Landesebene weiterhin dafür einzusetzen und nun als BVV-Fraktion die Initiative in der BVV zu ergreifen, damit die Bushaltestelle Sagritzer Weg wieder eingerichtet wird. Zwar gibt es 200 Meter weiter eine andere Bushaltestelle, aber insbesondere für die mobil eingeschränkten Menschen, die die Angebote des Günter-Zemla-Haus nutzen sowie auch mit Blick auf die älter werdende Gesellschaft, ist eine möglichst niedrigschwellige Erreichbarkeit des Hauses mit seinen tollen Angeboten durch den ÖPNV wichtig und notwendig.  

Ich freue mich schon auf den Besuch vieler weiterer spannender Projekte, Einrichtungen und Initiativen in Reinickendorf während meiner nächsten parlamentarischen Ferien.

 

Quelle: http://www.die-linke-berlin.de/politik/sommertour/besuch_des_selbsthilfe_und_stadtteilzentrums_guenter_zemla_haus/