Religion bleibt freiwillig.

26. April 2009

Nach den vorliegenden Ergebnissen hat das Bündnis Pro Ethik plus Religion einen Erfolg an den Abstimmungsurnen erreicht.

51,4% der Berlinerinnen und Berliner haben sich für die Beibehaltung des gemeinsamen Ethikunterrichtes und des freiwilligen Religionsunterrichtes entschieden.

Im Neuköllner Café Rix trafen sich Aktive im Bündnis Pro Ethik, um das Ergebnis des Volksentscheides zu erwarten.


— Blogger unterwegs

Im Untergrund

25. April 2009

hat DIE LINKE heute entlang der U-Bahnlinie 5 für ein NEIN beim morgigen Volksentscheid geworben. Hier eine kurze Impression des sonnigen Alex.

— Blogger unterwegs

Morgen, am 26. April: NEIN zum Wahlzwang – Für Ethik plus Religion

25. April 2009

Falls Sie Ihre Wahlbenachrichtigung verlegt haben, finden Sie Ihr zuständiges Abstimmungslokal, wenn Sie diesem Link folgen. Geben Sie dort Ihre Anschrift ein. Sie erhalten die Adresse Ihres Abstimmungslokals und nehmen einen gültigen Personalausweis/Reisepass mit. Sie können dann auch ohne die Benachrichtigung an der Abstimmung teilnehmen.

Wichtige Informationen für alle Wahlberechtigten:

Dieses Mal wird beim Volksentscheid über ein Gesetz abgestimmt, das sofort in Kraft tritt, wenn die erforderliche Mehrheit erreicht wird. Es ist das Gesetz über die Einführung des Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion, das das Schulgesetz ändert.

Das Gesetz ist angenommen, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:

  1. Es müssen mehr Ja- als Nein-Stimmen abgegeben worden sein und
  2. gleichzeitig müssen diese JA-Stimmen mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten entsprechen.

Zurzeit sind ca. 2,445 Millionen Berliner/innen wahlberechtigt. 25 Prozent entsprechen etwa 611.424 Wahlberechtigten. Wenn weniger als 611.424 Wahlberechtigte mit „JA“ stimmen, ist das Volksbegehren unabhängig von der Zahl der Gegenstimmen gescheitert. Wenn mehr als 611.424 JA-Stimmen abgegeben werden, müssen es mehr NEIN-Stimmen als JA-Stimmen sein, um den Gesetzentwurf zu Fall zu bringen.

Wer nicht will, dass der Vorschlag von Pro Reli angenommen wird, muss daher:

  • Hingehen
  • NEIN ankreuzen und sich damit
  • f ü r das Schulfach Ethik und f ü r den freiwilligen Religions- und Weltanschauungsunterricht entscheiden.

Am Sonntag: Hingehen und NEIN stimmen!

24. April 2009

Sechs Argumente für ein NEIN

Religion ist freiwillig.
Religion ist freiwillig.

1. Wahlfreiheit oder Wahlzwang?

Pro Reli sagt: Nur wenn der Religions- dem Ethikunterricht gleichgestellt ist, könne man sich wirklich frei für das Eine oder das Andere entscheiden.

Die Wahrheit ist: Wenn Pro Reli obsiegt, MUSS man sich für das Eine oder das Andere entscheiden. Dadurch werden die Kinder, die den Religionsunterricht besuchen wollen, gezwungen den Ethikunterricht abzuwählen. Nur die bestehende Regelung ermöglicht ihnen beides: Unterrichtung in der eigenen Religion und Austausch über ihre Lebensvorstellungen mit Anderen.

2. Kulturelle Vielfalt in Gefahr?

Pro Reli sagt: Weil der gemeinsame Ethikunterricht alle Schülerinnen und Schüler gleich behandelt, würde die kulturelle Vielfalt nicht respektiert, alle „über einen Kamm geschoren“ und religiöse Identitäten nicht ernst genommen.

Das Gegenteil ist der Fall: Der gemeinsame Ethikunterricht nimmt die kulturelle und religiöse Vielfalt Berlins zum Ausgangspunkt und will sie im Unterricht erlebbar machen und thematisieren. So können Verständnis und Respekt untereinander wachsen. Mit Gleichmacherei hat das nichts zu tun.

3. Toleranz nur durch Religion?

Pro Reli sagt: Sie wollen Toleranz fördern.

Dagegen ist nichts einzuwenden. Die Frage ist, weshalb das nur im Religions- und nicht auch im gemeinsamen Ethikunterricht oder in anderen Fächern möglich sein soll. Warum müssen die Schülerinnen und Schüler dazu nach Konfessionen getrennt werden? Ist Toleranz nicht besser erlernbar, wenn man mit- statt übereinander spricht?

4. Werte nur in der Kirche?

Pro Reli sagt: Werte können nicht „weltanschaulich neutral“ vermittelt werden. Nur mit einem Wahlpflichtbereich Ethik/Religion könnten Lehrerinnen und Lehrer authentisch die jeweiligen „Werte aus Überzeugung selbst vorleben“.

Im Ethikunterricht stehen Werte im Mittelpunkt, die uns – egal ob und welcher Religion wir angehören – gemeinsam sein sollten: die Unantastbarkeit der Würde eines jeden Menschen, Demokratie, Gewalt-, Glaubens- und Meinungsfreiheit, Respekt gegenüber Andersdenkenden, Schutz von Minderheiten.

5. „Unterrichtsmonopol“ Ethik?

Pro Reli fordert, das „Unterrichtsmonopol“ für Ethik aufzuheben, der Staat mische sich damit in Glaubensfragen ein.

Ob und welcher Religion sich ein Mensch verbunden fühlt, ist eine persönliche Entscheidung. Im gemeinsamen Ethikunterricht wird vermittelt, diese zu respektieren. Nicht die bestehende Regelung, sondern der Vorschlag von Pro Reli erhebt ein Monopol auf die Wertevermittlung. Katholischen Kindern würden dann beispielsweise nur im katholischen, muslimische nur im islamischen Religionsunterricht Werte vermittelt werden.

6. Fundamentalistische Glaubensvermittlung verhindern?

Pro Reli behauptet, ein Wahlpflichtfach Ethik/Religion verhindert, dass ein fundamentalistischer Glauben vermittelt wird.

Religiöser Fundamentalismus jeglicher Couleur basiert auf der Vorstellung, die einzig wirklich wahre Heilslehre zu sein. Dem kann man vorbeugen, indem man Achtung und Toleranz gegenüber anderen Auffassungen vermittelt und das Hinterfragen eigener Überzeugungen zulässt. Das geht am Besten gemeinsam.

 

Fundstücke

23. April 2009

Bei meinem heutigen Wellenritt durch das Netz fand ich folgendes Video, dass ich den geneigten Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchte:

Frau und Mann müssen nicht links sein, um am Sonntag NEIN zu sagen.

Andrea Fischer definiert Toleranz

23. April 2009

Am heutigen Morgen versuchte sich Andrea Fischer in einem Streitgespräch mit Klaus Lederer daran Toleranz zu definieren:
Frage: Der katholische Religionsunterricht, Frau Fischer, kann der für Toleranz sorgen, so wie Herr Lederer das angemahnt hat?

Fischer: Ja. Toleranz heißt ja nicht, ich sitze da und gucke mir mal an, wie bunt die Welt ist, und finde irgendwie alles gleich, sondern Toleranz ist ja genau das, was damit zu tun hat, ich muss ja tolerant sein mit meiner eigenen Meinung gegenüber den von anderen. Das heißt ja nicht, dass man nur tolerant dadurch sein kann, dass wir so tun, als wäre alles irgendwie genauso gleich und es gäbe da diese Unterschiede nicht.

Das ganze Gespräch gibt es hier:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/953732/

Veranstaltung von Pro Ethik im Tempodrom

22. April 2009

Zur Stunde beginnt im Tempodrom die Veranstaltung “Wir nehmen uns die Freiheit… und werden ProReli stoppen!”. Wer noch vorbeikommen möchte, die Veranstaltung geht noch bis ca. 21.30 Uhr.

— Blogger unterwegs

Sie haben Post!

22. April 2009

Seit Donnerstag vergangener Woche sind LINKE unterwegs und stecken diesen Infobrief in die Briefkästen der Berlinerinnen und Berliner.


Wir machen das selbst und haben dazu keine Adressen gekauft und die Briefe mit der Post geschickt.

ProReli hat das. Und noch immer schweigt ProReli über die Höhe der Kosten für ihre Kampagne und die Herkunft der Gelder. Warum wohl?

— Blogger unterwegs

ProReli verliert die Nerven

20. April 2009

Im “Kampf gegen den Kommunismus” sind viele Mittel erlaubt…

Offenbar aufgeschreckt durch aktuelle Umfragen, nach denen ProReli nicht nur um das Erreichen des Zustimmungsquorums, sondern selbst um die Mehrheit für ihr Anliegen fürchten muss, verliert das “ProReli-Bündnis” aus Großkirchen, CDU und FDP jetzt offenbar völlig die Nerven.

Da behauptet der EKD-Ratschef und Bischof Huber wahrheitswidrig, die Linke wolle “die Schülerinnen und Schüler von ihren Herkunftsreligionen entfernen”, und muss durch Gerichte an das 8. Gebot erinnert werden: “Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten”. Der Freiburger Erzbischof und Ratsvorsitzende der Katholiken, Zollitsch, wittert in Berlin einen “zu starken Einfluss des Staates wie bereits zu Zeiten des Kommunismus” und zieht gegen die “Religionsfeindlichkeit” des Berliner Senats zu Felde – obgleich der nichts anderes will, als es hier in Berlin seit 60 Jahren gibt.

“Toleranz beginnt mit Ihrem JA!” plakatieren die nervösen ProReli-Befürworter – und einige von ihnen zeigen schon mal, wie diese Toleranz aussehen könnte. Wir haben das mit der Kamera dokumentiert: Ohne mit der Wimper zu zucken werden LINKE-Plakate überklebt und überhängt, ProEthik-Plakate heruntergerissen oder heruntergeschoben.

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So oder so: Am Ende zählen die besseren Argumente. Und die sprechen für den integrationspolitisch vernünftigen Weg des gemeinsamen Ehtik-Unterrichts.

Klaus Lederer

Auf allen Straßen

18. April 2009
18. 04. 2009: In nahezu allen Bezirken gab es Informationsstände, um über die Alternativen zur Volksabstimmung am 26. 04. 2009 aufzuklären. Petra Pau war in Schöneberg dabei.

18. 04. 2009: In nahezu allen Bezirken gab es Informationsstände, um über die Alternativen zur Volksabstimmung am 26. 04. 2009 aufzuklären. Petra Pau war in Schöneberg dabei.

Überall in der Stadt will an diesem Wochenende das Bündnis »Pro Ethik« für ein Nein beim Volksentscheid werben.

Am Kudamm, Ecke Joachimsthaler war Gesine Lötzsch zu sehen, auch Petra Pau war in der Schöneberger Nollendorfstraße anzutreffen.