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25. April 2008 MdB Hakki Keskin

Ein klares NEIN zum Flughafen Tempelhof

Entscheiden Sie durch Ihre Teilnahme am Volksentscheid

Am 27. April 2008 stimmen Sie darüber ab, ob der Flughafen Tempelhof geschlossen werden soll oder nicht. Die Sache ist in Berlin umstritten. Es gibt aber viele gute Gründe für die Schließung:

Ein Flughafen für Wenige in der von vielen bewohnten Mitte Berlins ist gefährlicher verkehrspolitischer Unsinn. Im Jahre 2001 ist in Neukölln ein Sportflugzeug in ein nicht bewohntes Haus gestürzt, die beiden Insassen kamen ums Leben, zwei Polizisten und eine weitere Person erlitten Rauchvergiftungen. Außerdem gehören Fluglärm und Fluggefahren nicht in das Zentrum der Stadt.

Der Flughafen Tempelhof ist teuer. Er kostet uns alle jährlich mehrere Millionen Euro, weil der Markt sich definitiv gegen Tempelhof entschieden hat. So wurden im Jahr 2007 lediglich 350.000 Passagiere gezählt und für 2008 werden viel weniger erwartet. Nur 17 von 1000 Fluggästen aus Berlin starten und landen in Tempelhof. Die Zuschüsse im Falle eines Weiterbetriebs werden in Berlin aber für viel Wichtigeres – für soziale, kulturelle und wissenschaftliche Zwecke – gebraucht. Wir wollen das nicht hinnehmen.

Im Jahre 1996 ist zwischen dem Bund, Brandenburg und Berlin der »Konsensbeschluss« verabschiedet worden, Berlin Brandenburg International (BBI) zu errichten. Mit der Genehmigung für BBI wurde die Schließung Tempelhofs verabredet. Dieser Beschluss von 1996 trägt auch die Unterschrift Diepgens (CDU). Ohne Stilllegung von Tempelhof steht BBI rechtlich in Frage. Es geht hier auch um eine Entscheidung zwischen Demagogie und redlicher politischer Kultur in unserer Stadt. Die Inbetriebnahme von BBI unterstreicht Berlins Rolle als internationale, weltoffene Stadt der Zukunft.

Das BBI, ein Zukunftsprojekt bietet perspektivisch 40.000 Arbeitsplätze. Damit hat das Projekt auch eine soziale Dimension für Berlin und Brandenburg.

Die Interessengemeinschaft City Airport Tempelhof (ICAT), CDU und die FDP instrumentalisieren die Erinnerung an Vergangenes und schüren Emotionen einer gespaltenen Stadt. Der Flughafen Tempelhof, welcher uns gute Dienste in der schweren Zeit der Blockade erwiesen hat, wird nicht mehr gebraucht. Die Geschichte des Flughafens in Tempelhof wird aber nicht dadurch gelöst, indem der Platz nicht mehr als Flughafen benutzt wird.

Aus privaten Interessen darf nicht verhindert werden, dass für Sie, die Berlinerinnen und Berliner etwas Neues entsteht: Grünfläche, Freizeitparks und Raum für Kultur und Erholung.

Deshalb meine Bitte, liebe Berlinerinnen und Berliner, nutzen Sie ihr demokratisches Recht und sorgen Sie beim Volksentscheid für ein klares NEIN! zum Flugbetrieb in Tempelhof.


Prof. Dr. Hakkı Keskin