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2. April 2008Flyer zur Volksabstimmung

Nein zum Flugbetrieb in Tempelhof!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am 27. April 2008 stimmen Sie, die Berlinerinnen und Berliner, darüber ab, ob der Flughafen Tempelhof geschlossen werden soll oder nicht.

Die Sache ist in der Stadt umstritten. Es gibt gute Gründe für eine solche Schließung: wirtschaftliche (Millionenverluste jedes Jahr), sicherheitstechnische (die Risiken innerstädtischer Flughäfen sind größer) und ökologische (Fluglärm und Luftverschmutzung). Es gibt auch Motive, an Tempelhof festzuhalten: Die Tradition (Luftbrücke) und eigene wirtschaftliche Interessen bisheriger und möglicher künftiger Nutzer.

Viele Menschen sind skeptisch. Sie haben die Erfahrung gemacht: Gründe lassen sich für alles finden. Und wie oft haben Politiker schon nur ihre eigenen Vorteile im Kopf gehabt, wenn sie das Wort vom Allgemeinwohl im Munde führten? So hört man heute immer wieder Stimmen wie die: »Es ging ja bisher auch mit den Berliner Flughäfen.« Stimmt. Doch wir meinen: Es geht aber viel besser! Berlin bekommt einen neuen, modernen, einen schönen Flughafen, dort, wo heute noch der kleine Flughafen Berlin-Schönefeld ist. Einen Flughafen für alle Berlinerinnen und Berliner. Und für viele Menschen mehr in der Region Berlin-Brandenburg. Darum sagen wir: Die alten Berliner Flughäfen, alle drei: Tempelhof, Tegel und Schönefeld, werden nicht mehr gebraucht! Sie haben uns gute Dienste erwiesen, Tegel und Tempelhof den Westberlinern in der schweren Zeit der Blockade, Berlin-Schönefeld den Menschen der DDR über Jahrzehnte auch.

In den Jahren nach der Wende ist vieles abgewickelt und abgerissen worden was angeblich nicht mehr gebraucht wurde. Da wurden die Menschen nicht gefragt. Jetzt haben wir, die Bürger dieser Stadt, die Möglichkeit unsere Meinung zum Ausdruck zu bringen. Nutzen wir diese Gelegenheit. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen von den drei alten Berliner Flughäfen. Sie sind Kinder des Kalten Krieges und der Teilung der Stadt. Freuen wir uns auf den neuen Flughafen Berlins und sagen wir Nein, zum Weiterbetrieb von Tempelho


Nein zum Flubbetrieb in Tempelhof!

Unsere Gründe:

  • Im Jahr 1996 ist zwischen dem Bund, Brandenburg und Berlin der »Konsensbeschluss« verabschiedet worden, Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld zu errichten. Mit dem Genehmigungszeitpunkt für BBI wurde die Schließung Tempelhofs, mit Inbetriebnahme die von Tegel verabredet. Ohne diese Stilllegungen steht BBI rechtlich in Frage. Der Beschluss von 1996 – das verschweigt die CDU heute – trägt die Unterschriften Wissmanns und Diepgens. Es geht hier auch um eine Entscheidung zwischen Demagogie und redlicher politischer Kultur in unserer Stadt. 
      
  • Ein Flughafen für Wenige in der von Vielen bewohnten Mitte Berlins ist gefährlicher verkehrspolitischer Unsinn. Fluglärm und Fluggefahren gehören nicht in das Zentrum der Stadt. Auch die Millionenzuschüsse im Falle eines Weiterbetriebs werden für Wichtigeres gebraucht. Wir wollen das nicht hinnehmen. Stattdessen wird Neues entstehen: Grün, Freizeit, Kultur und Erholung für Alle. Es geht auch um eine Entscheidung zwischen Oben und Unten. 
     
  • ICAT, CDU und FDP instrumentalisieren die Erinnerung an Vergangenes und schüren Emotionen einer gespaltenen Stadt. Berlin ist seit 1990 wieder eine Stadt. Dieser Stadt – also allen Berlinerinnen und Berlinern – ist die Berliner Landespolitik verpflichtet. Wir nehmen das ernst. Es geht um eine Entscheidung zwischen Nostalgie und Vernunft.
     
  • BBI ist ein Zukunftsprojekt: Bis zu 40.000 Arbeitsplätze werden perspektivisch entstehen, den Bau führen gegenwärtig vor allem Firmen aus der Region durch. Damit hat das Projekt auch eine soziale Dimension für Berlin und Brandenburg. Die Inbetriebnahme von BBI unterstreicht Berlins Rolle als internationale, weltoffene Stadt der Zukunft. Es geht schließlich auch um eine Entscheidung zwischen Vergangenheit und Zukunft.


Entscheiden Sie – durch Ihre Teilnahme am Volksentscheid

… am 27. April 2008. Die Abstimmungsbenachrichtigung wurde durch den Landesabstimmungsleiter bereits an alle Berlinerinnen und Berliner, die zum Abgeordnetenhaus wahlberechtigt sind, verschickt. Falls Sie bis zum 5. April keine Benachrichtigung erhalten haben, sollten Sie sich bis zum 11. April an das Wahlamt Ihres Bezirkes wenden.

Die Adressen der Wahlämter der Berliner Bezirke sind auf der Internetseite des Landesabstimmungsleiters www.wahlen-berlin.de verzeichnet. Die Geschäftsstelle des Landesabstimmungsleiters erreichen Sie unter 030 / 90 21 36 33.

Sollten Sie am 27. April nicht am Volksentscheid teilnehmen können, haben Sie die Möglichkeit der Briefwahl. Den notwendigen Antrag können Sie unter www.wahlen-berlin.de oder im Wahlamt Ihres Bezirkes stellen.

Egal ob per Briefwahl oder am 27. April in Ihrem Abstimmungslokal:

Stimmen Sie mit »Nein« zum Flugbetrieb in Tempelhof, für eine soziale und ökologische Zukunft des Tempelhofer Feldes.

Wenn Sie Fragen haben, steht Ihnen das Kampagnenbüro des »Bündnisses für ein flugfreies Tempelhof« unter 78 79 00 27 zur Verfügung.