Eine qualifizierte Berufsausbildung ist die Grundlage für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben. Die Linkspartei.PDS setzt sich dafür ein, dass alle Jugendlichen, die dies wollen, eine Berufsausbildung absolvieren können.
Wichtigstes Ziel ist die Erhöhung der Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze. In Berlin ist trotz „Ausbildungskonsens“ das rein betrieblich finanzierte Ausbildungsplatzangebot auch im Jahr 2005 weiter zurückgegangen. Nur noch 15.100 neue Ausbildungsverträge wurden nach Angaben der Unternehmerverbände registriert. Mehr als 17.000 Jugendliche begannen eine öffentlich finanzierte schulische, betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung im Rahmen der Benachteiligtenförderung der Bundesagentur für Arbeit. 12.500 Jugendliche hatten nur die Möglichkeit, in Einstiegsqualifizierungen, berufsvorbereitende Lehrgänge oder -Maßnahmen zu gehen.
Die Berliner Ausbildungssituation ist dramatisch. Eine gesetzliche Umlagefinanzierung, für die sich auch die PDS-Fraktion im Abgeordnetenhaus schon lange einsetzt, verbunden mit der Notwendigkeit struktureller Veränderungen in Ausbildungsfinanzierung wie in der Ausbildung, ist dringend erforderlich.
Dramatisch war die Situation in Berlin bereits, als die PDS 2002 Regierungsverantwortung übernahm. Den „Maßnahmendschungel“ und die „Warteschleifen“ in der Berufsvorbereitung endlich aufzulösen, Lösungen für die „Bugwellen“ an Jugendlichen und die „Altnachfrager“ nach Ausbildung zu finden und dabei vor allem die Folgen des selektiven Schulsystems auszugleichen und insbesondere Jugendlichen aus sozial schwachen Familien eine berufliche Chance zu geben - das waren die drängenden Forderungen an die neue Rot-rote Regierung.
Vieles konnte die PDS in die Koalitionsarbeit einbringen, vieles haben wir gemeinsam mit der SPD auf den Weg gebracht. Einiges ist uns gelungen, anderes braucht Zeit. Trotz der Haushaltsnotlage Berlins haben wir erreicht, dass keine massiven Kürzungen im Landesprogramm zur Förderung der Berufsausbildung, mit dem z.B. Ausbildungsplätze für Frauen in technischen Berufen und Jugendliche ohne Hauptschulabschluss gefördert werden, erfolgt sind.
Auch im Bund-Länder-Sonderprogramm für Ausbildungsplätze, aufgestockt aus Landes- und EU-Mitteln, können im Ausbildungsjahr 2006/2007 den Jugendlichen 3000 zusätzliche Ausbildungsplätze angeboten werden.
Um die „Warteschleifen“ aufzulösen und „Altnachfragern“ nach betrieblichen Ausbildungsplätzen eine Alternative zu geben, wird es in Zukunft individuelle Berufsausbildungs-Angebote (für einige tausend Jugendliche) geben, die bereits Kenntnisse aus abgebrochenen Berufsausbildungen oder berufsvorbereitenden Maßnahmen haben. Entsprechende Überlegungen werden bereits gemeinsam von Senat und bezirklichen Job Centern diskutiert.
Im Zentrum der Ausbildungsförderung des Landes Berlin steht die Unterstützung von regionalen, sektoralen und branchenbezogenen Ausbildungsverbünden. Durch Verbundausbildung können allein nicht ausbildungsfähige Unternehmen in die Ausbildung einbezogen werden. Nur durch die Verbundausbildung konnte bisher ein noch weiterer Rückgang an Ausbildungsplätzen aufgefangen werden.
In Zukunft sind neue und auch branchenübergreifende Formen der Verbundausbildung nötig, damit auch Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie der Kulturwirtschaft und der Gesundheitswirtschaft, der optischen und der Biotechnologie, die bisher wenig oder gar keine Ausbildungserfahrungen haben, in die Ausbildung einbezogen und zukunftsfähige Ausbildungsplätze geschaffen werden können.
Neue Wege in der Ausbildung zu gehen und für den auch in der Ausbildung zu bewältigenden Strukturwandel die Ausbildungskapazitäten der öffentlichen Hand künftig stärker zu nutzen - dafür setzt sich die Linkspartei.PDS in ihrem Wahlprogramm ein.