Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind als Anstalt öffentlichen Rechts eines der wichtigsten und größten landeseigenen Unternehmen. Die BVG ist zugleich das größte kommunale Verkehrsunternehmen der Bundesrepublik. Sie betreibt eines der größten und qualitativ besten Nahverkehrsnetze in Europa. Bei der BVG sind zurzeit knapp 12.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Trotz vielfältiger Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz im Unternehmen selbst kann und soll es auch auf absehbare Zeit nicht möglich sein, die Ausgaben für dieses Nahverkehrsangebot allein aus den Einnahmen aus Fahrscheinverkäufen zu decken. Bis Ende 2007 sind in einem Unternehmensvertrag zwischen dem Land Berlin und der BVG jährliche Zahlungen aus dem Landeshaushalt an die BVG zur Erbringung der festgelegten Verkehrsleistung wie auch zum Erhalt der Bahnhöfe und Straßenbahngleise geregelt. Außerdem erhält die BVG Landeszuschüsse und Fördergelder zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.
Nachdem im Jahr 2005 ein neuer Tarifvertrag Nahverkehr zwischen der Tarif führenden Gewerkschaft ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband abgeschlossen werden konnte, hat die rot-rote Koalition beschlossen, auch zukünftig die BVG ohne ruinöse Ausschreibungen mit den Aufgaben des öffentlichen Nahverkehrs von 2008 bis 2020 im Zuge einer so genannten Direktbeauftragung durch eine Verkehrsfinanzierungsvereinbahrung zu betrauen. Damit sind nicht nur die Existenz der BVG als kommunales Unternehmen und die dortigen Arbeitsplätze gesichert. Die politische Steuerung des Nahverkehrsangebots wie auch die Belange der Daseinsvorsorge und der Mobilität der Berlinerinnen und Berliner ohne Auto bleiben wichtiger Bestandteil staatlichen Handelns. Dennoch wird die Berliner Regierung sich auch weiterhin neoliberalen Angriffen zur Zerschlagung und Privatisierung des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere durch Grüne und FDP, entgegenstellen müssen. In dieser Auseinandersetzung ist die deutliche Hinwendung der BVG zu mehr Kundenorientierung, sind sozial verträgliche Fahrpreise und Transparenz bei notwendigen Veränderungen des Liniennetzes und Fahrplans nötig. Die Linkspartei.PDS legt besonderen Wert auf den Erhalt des Sozialtickets für Betroffene der Hartz-IV-Gesetze und setzt sich für eine weitere Fahrpreisreduzierung ein. Schüler- und Geschwisterticket sollen auch in Zukunft zu günstigen Preisen erhalten bleiben.