bezeichnet die Gesamtheit von Beratung und Behandlung Drogenkranker. Zu den vier gleichberechtigten Säulen der Drogenpolitik gehören: Schadensminimierung, Behandlung, Prävention, Repression. Seit vielen Jahren stand die Drogenhilfe besonders im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, entstanden zahlreiche Träger und Einrichtungen.
Heute besteht ein breit gefächertes Netz an Hilfen, das den Weg aus der Sucht ermöglicht. Auch die Methadonsubstitution gehört seit über 15 Jahren dazu, die rechtlich noch nicht mögliche heroingestützte Behandlung schwer Opiatabhängiger wäre zu begrüßen. Es wurde notwendig, eingefahrene Gleise zu verlassen und die Maßnahmen veränderten Bedingungen anzupassen, auch finanziell - aber vor allem inhaltlich.
Das Drogenhilfesystem ist im Sinne einer regionalen Grundversorgung in Berlin weiter entwickelt worden. Im Ergebnis gibt es seit dem 1.1.2006 im Bereich illegaler Drogen 6 Planungsregionen, in denen ein regionaler Suchthilfedienst auf der Basis eines abgestimmten Anforderungsprofils Leistungen für Drogenmissbrauchende und -abhängige sowie deren Angehörige vorhält. Auch die Zielsetzung des Aufbaus integrierter Suchthilfedienste (Zusammenführung von Alkohol- und Drogenberatung) wurde weitgehend realisiert, indem Kooperationsvereinbarungen auf der Basis eines Gesamtkonzepts für die ambulante Alkohol- und Drogenhilfe geschlossen wurden. Dieser Umbau des ambulanten Suchthilfesystems, der aufgrund einer Indikatorengestützten Bedarfsberechnung unter Einbeziehung der Träger erfolgte, ist in der Bundesrepublik einmalig und wegweisend.
Gegen den Widerstand der CDU – sie bevorzugt vor allem Repression – konnten unter Rot-rot mehrere Drogenkonsumräume für Schwerstabhängige eingerichtet werden, deren Konzept durch die Praxis inzwischen bestätigt wird (niedrigschwellig, motivierend, psychosoziale Beratung, medizinische Hilfe). Bereits notwendige Erweiterungen können wegen knapper Kassen zur Zeit nicht vorgenommen werden.