Der Ausbau der ganztägigen Bildung und Betreuung an den Grundschulen ist ein wesentlicher Bestandteil der Grundschulreform und zielt auf eine bessere und individuelle Förderung aller Kinder.
Die SPD-PDS-Regierungskoalition war mit dem Vorhaben in die Legislaturperiode gestartet, 30 neue Ganztagsgrundschulen einzurichten, die verlässliche Halbtagsgrundschule flächendeckend einzuführen sowie Früh- und Nachmittagsangebote bedarfsgerecht auszubauen. Unter Einbeziehung des Bundesprogramms „Zukunft durch Bildung und Betreuung“ wurden in der zurückliegenden Legislaturperiode 35 neue gebundene Ganztagsgrundschulen (zu den bestehenden 11 gebundenen Ganztagsgrundschulen und 18 Europa-Grundschulen), vor allem in sozialen Brennpunkten, eingerichtet und der offene Ganztagsbetrieb ausgeweitet. Rund 30 % aller Berliner Grundschulen (überwiegend in den östlichen Bezirken) sind Schulen mit offenem Ganztagsbetrieb. Mit Beginn des Schuljahres 2005/06 ist die Verantwortung für die Hortbetreuung in die Grundschulen übergegangen. Unterricht und Betreuung bilden nunmehr eine stärkere pädagogische Einheit und ermöglichen den Wechsel zwischen Unterricht, anderen Lernformen und Entspannungsphasen.
Das heißt nunmehr: Für alle Schülerinnen und Schüler werden mindestens bis 13.30 Uhr Unterricht und Betreuung in der verlässlichen Halbtagsgrundschule garantiert. In der gebundenen Ganztagsschule ist der Schulbesuch bis 16.00 Uhr verpflichtend und bis auf das Mittagessen kostenfrei. In der offenen Ganztagsgrundschule ist eine freiwillige Teilnahme von 13.30 bis 16.00 Uhr möglich. Sie ist an einen Betreuungsbedarf gebunden und kostenpflichtig. Von 6 bis 7.30 Uhr und von 16 bis 18 Uhr ist eine kostenpflichtige Früh- bzw. Spätbetreuung möglich.
Die Linkspartei.PDS will in der kommenden Wahlperiode, dass an allen Grundschulen schrittweise für alle Schülerinnen und Schüler ein Angebot bis 16.00 Uhr geschaffen wird und damit das pädagogische Konzept für alle Grundschulen umgesetzt werden kann. Darüber hinaus soll für die Kernzeit von 13.30 bis 16.00 Uhr die noch existierende Ungleichbehandlung zwischen gebundenem und offenem Ganztagsbetrieb abgebaut werden. Wir wollen für alle Kinder einen Rechtsanspruch für die Bildung, Erziehung und Betreuung bis 16.00 Uhr. Dieses Angebot soll für alle Kinder und Eltern beitragsfrei sein und ein Mittagessen enthalten, das auch für sozial schwache und kinderreiche Familien erschwinglich ist.
Darüber hinaus sollen in der kommenden Wahlperiode Ganztagsangebote an den weiterführenden Schulen über die bisher an den Gesamtschulen bestehenden hinaus ausgebaut werden.