1998 legte das Land Berlin erstmalig ein Hospizkonzept vor. Hier geht es um die Sicherung einer ausreichenden Versorgung und Betreuung schwerstkranker Menschen, die eine Sterbebegleitung ambulant oder stationär brauchen.
Der Schwerpunkt der Hospizarbeit liegt im ambulanten Bereich. Hier arbeiten besonders für diese Patientengruppen qualifizierte Ärzte (home–care–Ärzte) zusammen mit Sozial- und Pflegestationen, außerdem werden ehrenamtlich tätige Laien zur Unterstützung eingesetzt, die eine bewundernswerte Arbeit für Dienste erbringen, die jenseits der honorierten Leistungen durch die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) liegen.
Nachdem die GKV zunächst nur die ambulante Hospiztätigkeit entlohnte, wurde dies später auch auf stationäre Einrichtungen ausgedehnt, so dass heute Hospizstrukturen integraler Bestandteil des Gesundheitssystems sind. Immer waren und sind aber auch Fördermittel des Landes erforderlich, um die Hospizdienste, deren Landesarbeitsgemeinschaft und die Zentrale Anlaufstelle Hospiz finanziell zu unterstützen. Mittlerweile hat die Hospizbewegung in der Bundesrepublik an Bedeutung gewonnen. Je weiter sich die Verweildauern in Krankenhäusern verringern, umso dringender wird die ambulante und stationäre Hospizarbeit. Heute verfügt Berlin über ein gut ausgebautes Netz an Einrichtungen zur Sterbebegleitung. Die Zahl der stationären Hospizbetten stieg von 1998 bis Ende 2005 von 15 auf 113 Betten. Trotz der hinzukommenden 16 ehrenamtlichen Hospizdienste und derzeit 4 Palliativstationen in Kliniken reicht der Bestand in Berlin aber noch nicht aus, auch wenn wir im bundesweiten Vergleich einen guten Stand erreicht haben.
Im August 2005 wurde das auf Antrag der Koalition fortgeschriebene Hospizkonzept vorgestellt. Es wurde mit den betroffenen Institutionen abgestimmt. Neben qualitativen Zielen des weiteren Ausbaus von Hospizangeboten wird empfohlen, dass Home Care Berlin e.V. – ein bundesweit in dieser Form einmaliger palliativmedizinischer Dienst zur häuslichen Versorgung schwerstkranker Krebspatienten – mit der Einbindung in die Regelversorgung durch die Kassenärztliche Vereinigung und die GKV langfristig finanziell abgesichert wird.
Die Fortführung der jährlichen Hospizwoche in Berlin, die Einrichtung eines „Hospiz–Salons“ als Ort der Begegnung von Sponsoren und politischen Verantwortungsträgern zur Förderung der Kommunikation über Hospizthemen, die Gründung eines „Runden Tisches“ zur Hospizversorgung und die Vergabe einer Studie mit dem Ziel der Integration von Palliativmedizin in die Regelversorgung stehen auf der Agenda der künftigen Gesundheitspolitik.