Die jüngste Polizeistatistik belegt seit 1998 erstmals einen Rückgang der Gewaltkriminalität Jugendlicher und der Jugendgruppengewalt. Alles in Ordnung? Nein. Jede Straftat ist eine zuviel. Insbesondere die Kriminalität jugendlicher Nichtdeutscher ist besorgniserregend. Sie ist überproportional hoch im Bereich der Rohheits- und Gewaltdelikte.
Während konservative Kräfte vor allem in der CDU nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts und nach „Kinderknästen“ rufen, setzt die Linkspartei.PDS auf eine Analyse der Ursachen straffälligen Verhaltens im Kinder- und Jugendalter. Nur wenige Kinder und Jugendliche werden im Laufe ihrer Entwicklung straffällig. Und die meisten von ihnen einmalig und in geringem Umfang. Bei wenigen ist die Straftat Anzeichen einer schwerwiegenderen Fehlentwicklung. Eine schwierige und ausweglos scheinende soziale Lage ist nicht selten eine von mehreren Ursachen. Migrations- und kulturbedingte Faktoren können die Probleme verstärken.
Im Umgang mit Kinder- und Jugendkriminalität steht für die Linkspartei.PDS der Erziehungsgedanke im Vordergrund. Schnelles, angemessenes und konsequentes Reagieren, das die Ursachen des Fehlverhaltens berücksichtigt und den Opfern gerecht wird, ist notwendig. Polizei, Justiz und Jugendhilfe müssen gemeinsam mit den Eltern und anderen Akteuren im Lebensumfeld des Jugendlichen zusammenarbeiten, um dafür zu sorgen, dass sich Straftaten nicht wiederholen. Eine Verschärfung des Jugendstrafrechts, wie die CDU-geführten Bundesländer es fordern, lehnen wir ab. Geschlossene Heime, sog. Kinderknäste, Warnschussarreste oder die Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters sind keine Lösung.
In Berlin wurden in dieser Legislaturperiode wichtige Maßnahmen fort- bzw. eingeführt, die geeignet sind, delinquentes Verhalten von Kindern und Jugendlichen entgegen zu wirken bzw. zu reduzieren. Dass diese Maßnahmen erfolgreich waren, ist belegt.
Hier wollen wir anknüpfen:
Die Linkspartei.PDS ist der Auffassung, dass eine Verbesserung der Chancen auf einen erfolgreichen Schulabschluss, einen Ausbildungsplatz und einen Arbeitsplatz insbesondere auch bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund kriminelles Verhalten verhindern kann. Verstärke Anstrengungen zur gesellschaftlichen Integration junger Menschen und ihrer Familien sind daher notwendig.