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Presseecho

3. Juni 2016

Noch lässt die Verlängerung der Heidekrautbahn auf sich warten

Wie ist der aktuelle Stand? Um diese und weitere Fragen ging es auf einer Bürgerversammlung in Wilhelmsruh. Vor allem dieser Ortsteil wird von der Umsetzung des Vorhabens betroffen sein.  mehr

 
8. Mai 2016

Hoffnung für die Heidekrautbahn

Noch sind Züge rar. Nur hin und wieder rollt ein Gütertransport über die Heidekrautbahn am Wilhelmsruher Damm. mehr

 
10. Mai 2016Eveline Lämmer

Bürgerversammlung zur Wiederinbetriebnahme der Stammbahnstrecke der Heidekrautbahn

Lars Klinkmüller und Detlef Bröcker (Geschäftsführer NEB)mit Detlef Bröcker (Geschäftsführer NEB)

Bürger von Wilhelmsruh mit Niederbarnimer Eisenbahn AG im Gespräch

Am 10.05. trafen sich zahlreiche  interessierte  Wilhelmsruher in ihrem Mehrgenerationenhaus.
Die Direktkandidatin der Linken für das Berliner Abgeordnetenhaus Eveline Lämmer, hatte sie zur Bürgerversammlung eingeladen.
Gesprächsthema war die Wiederinbetriebnahme der historischen Stammstrecke der Heidekrautbahn von Basdorf, Groß Schönebeck nach Wilhelmsruh. Die Verlängerung bis zum Gesundbrunnen ist allerdings neu.
Eveline Lämmer betonte noch mal deutlich, dass es den Bürgern nicht darum geht die Wiederinbetriebnahme der Heidekrautbahn zu verhindern, sondern es geht um die Berücksichtigung der Belange der unmittelbaren Anwohner, die im Zeitraum von über zwei Generationen in nächster Nähe Häuser gebaut oder erworben haben.
Seit vielen Jahren öffentlich im Gespräch und von CDU und SPD in den Koalitionsvertrag verankert.
Auch 2011 hatte bereits eine Bürgerinitiative „Heidekrautbahn Stammstrecke“ in Wilhelmsruh zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Auch hier Versprechungen von SPD Politikern des Abgeordnetenhauses, die auf ihre Realisierung warten. Eveline Lämmer hatte nun aber die Verantwortlichen der Niederbarnimer Eisenbahn AG mit ihrem Geschäftsführer Detlef Bröcker eingeladen. Die Bürger hatten so die Möglichkeit ihre zahlreichen Fragen unmittelbar, direkt und kompetent beantwortet zu bekommen. „Es gibt keine politische Entscheidung und keinen Termin für die Planung und den Bau der Strecke“  betonte Detlef Bröcker. „Wir kämpfen auf zwei Gleisen mit Berlin und Brandenburg, Länder die sich nicht einigen können“ führte er weiter aus.
Dennoch wollten die unmittelbaren Anwohner an der Bahnstrecke in Wilhelmsruh genau wissen, welche Maßnahmen die NEB für den Schall- und Erschütterungsschutz plant. „Wir haben für bestimmte Streckenabschnitte Gutachten erstellen lassen und dort beide Parameter messen lassen“.
Die Ausbauarbeiten sind erheblich aber dennoch im Vergleich zu anderen Verkehrsprojekten in Berlin kostengünstig. Auf 800 Meter fehlen die Gleise ganz und müssen neu auf der alten Trasse verlegt werden. Im Bereich des Bahnhofs Wilhelmsruh soll eine Rampe (knapp 600 m) errichtet werden, um auf das Niveau der alten Nordbahn zu gelangen. Für die Rampe besteht seit 2010 Baurecht. Die ca. 1.000 m Richtung Schönholz (alte Nordbahn) muss durch die DB errichtet werden. Dies ist Voraussetzung, dass die Züge künftig bis Gesundbrunnen durchfahren können.
Der Vorstand der NEB ging auf die Fragen der Anwohner ein und betonte, dass es ihnen bewusst sei, dass es an der Bahnstrecke Bebauung mit Wohnhäusern gibt. Er lehnte den Bau einer hohen Schallschutzmauer ab und schlug stattdessen andere geeignete Lärmschutzeinrichtungen vor.

Lars Klinkmüller hinterfragte weiter: „Goldene Worte hören wir gern. Allerdings ist die NEB rechtlich nicht verpflichtet, zusätzliche Maßnahmen zum Schall- und Erschütterungsschutz  zu ergreifen, weil die Strecke seit 1946 als planfestgestellt gilt. Die zuständige Senatsverwaltung teilte sogar mit, dass die Anlieger selbst für Schall- und Erschütterungsschutz  zu sorgen hätten, wenn sie ihre Wohngebäude zu nahe an der Bahntrasse errichtet hätten. Kurzum, wie verlässlich sind die hier von der NEB gemachten Aussagen?“ Herr Bröcker sicherte zu, dass die Detailplanungen mit den jeweils Betroffenen abgestimmt werden.
Sören Benn, der Kandidat der Linken für das Bürgermeisteramt und selbst Wilhelmsruher fragte genau nach. „Die Schall-und Lärmschutzmaßnahmen kosten natürlich zusätzlich Geld. Wenn die Kosten nicht Bestandteil möglicher öffentlicher Fördermittel sind, wie wollen Sie dann die Umsetzung realisieren?“ Detlef Bröcker war optimistisch. „Lärmschutzmaßnahmen werden von den Ländern als Fördermittelgebern sicher als Notwendigkeit betrachtet. Falls nicht, wird die NEB eine andere Lösung der Finanzierung finden“. Auf Nachfrage erfuhren die Anwesenden, dass die Bahn auch nicht tuten wird, weil alle Bahnübergänge technisch gesichert würden. Eine Bahn, die flüsternd von Wilhelmsruh nach Schönwalde fährt“ das  war für die Bürger beruhigend. Herr Detlef Krupicka und andere zeigten sich enttäuscht, als die NEB ihren Wunsch äußerte, dass der Zugang via Hertzstraße zum Pankow Park geschlossen werden solle. Allerdings entscheidet darüber nicht die Bahn allein, sondern die öffentliche Hand als Träger der Straße hat hier mitzuentscheiden.
               
Mit Nachdruck forderten die Anwesenden die Politik auf, endlich eine Entscheidung zu treffen.
Die BVV Pankow hatte bereits einstimmig den Beschluss gefasst, dass die Heidekrautbahn wieder voll befahrbar sein soll. „Es müsse eine umsteigefreie Fahrt aus dem Berliner Umland bis zum Bahnhof Gesundbrunnen möglich sein“. Die Fraktionen der BVV forderten den Senat auf, den Weg für den Ausbau des Regionalverkehrs frei zu machen.
Angefragte Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hatten ihre Teilnahme auf Grund „anderer terminlicher Verpflichtungen“ abgesagt. Für Eveline Lämmer ein deutliches Zeichen von Desinteresse. Nun fragten die Bürger nach, wie sie unterstützen können.
Sie haben heute Sympathisanten für die Heidekrautbahn gewonnen Herr Bröcker, betonte Eveline Lämmer abschließend. Es sei ihr ein besonderes Anliegen Bürger zu unterstützen die sich einmischen und sich beteiligen. Die NEB hat zugesagt „mit den Anwohnern in die Runde zu gehen und sie zu beteiligen“. Deutlich ausgesprochen, erhielt auch Eveline Lämmer den Auftrag sich im Abgeordnetenhaus für das Thema einzusetzen und es voran zu bringen.