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Politik von A bis Z

Frauen in Forschung und Lehre

In der Berliner Wissenschaftslandschaft vollzieht sich endlich ein Kulturwandel, Gleichstellung und Chancengleichheit von Frauen und Männern werden zunehmend als Qualitätsmerkmal in Forschung und Lehre anerkannt. So belegt Berlin im Bundesvergleich zum sechsten Mal in Folge den Spitzenplatz im Ranking nach Gleichstellungsaspekten. Die unter Rot-Rot veränderten Vorgaben des Landesgleichstellungsgesetzes von 2010 und des Berliner Hochschulgesetzes wirken im Verbund mit finanziellen Anreizen, wie sie mit der leistungsbezogenen Mittelvergabe in den Hochschulverträgen und dem Berliner Programm zur Förderung von Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre geschaffen wurden. In der neuen auf 5 Jahre verlängerten Förderperiode bis 2020 stehen jährlich 3,8 Mio. € zur Verfügung. Erstmals wird in allen Programmlinien konsequent auf sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge gesetzt, angepasst an die Projektlaufzeit.

Die Doppelstrategie von individueller Förderung und der Etablierung gendergerechter Strukturen wirkt nachhaltig. Es zahlt sich aus, dass in Berlin Frauenverwaltung und Wissenschaftsverwaltung im Verbund mit den Hochschulen an einem Strang ziehen und dass die Frauenbeauftragten sich einmischen, wenn es um grundlegende Entscheidungen der Hochschulorganisation und Berufungen geht. So liegt Berlin zwar mit einem Frauenanteil von 30 Prozent bei den Professuren fast ein Drittel über dem Bundesdurchschnitt, aber immer noch zu einem Fünftel unter der Parität. Geschlechterstereotype wirken außerdem nach wie vor bei der Studienfachwahl: 87 Prozent der Studienanfängerinnen entscheiden sich für Kunstgeschichte, bei Elektrotechnik/Elektronik sind 87 Prozent der Studienanfänger. Und auf den höchsten Führungsebenen sind Frauen noch immer eine Einzelerscheinung. Deshalb sind konkrete Gleichstellungsziele in allen Planungs- und Steuerungsprozessen aller Ebenen zu integrieren und die Umsetzung ist zu kontrollieren. Die Verantwortung dafür obliegt den Hochschul- und Fakultätsleitungen, die sich dabei auf das Wissen und Erfahrungen der Frauenbeauftragten von 25 Jahren engagierter Gleichstellungspolitik stützen können. Außerdem sind die einschlägigen Erkenntnisse der Frauen- und Geschlechterforschung zu berücksichtigen.

  • DIE LINKE. Berlin begrüßt die im Dialog erarbeiteten Allgemeinen Gleichstellungsstandards an Berliner Hochschulen von 2015 und wird sich dafür einsetzen, dass sie auch bei den Bund-Länder-Programmen Berücksichtigung sowie bei Kooperationen außerhochschulischen Einrichtungen und Unternehmen Beachtung finden.
  • Davon abgesehen setzt sich DIE LINKE auf Bundes- und Landesebene für eine stabile öffentliche Grundfinanzierung der Hochschulen ein und lehnt die befristete Finanzierung des Wissenschaftssystems durch temporäre Pakte ab.