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Politik von A bis Z

Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen und Kinder ist die häufigste Form von Gewalt weltweit und zieht sich durch alle sozialen Schichten. Dazu zählen Massenvergewaltigungen, Steinigungen, Verbrennungen, Genitalverstümmelungen, Ehrenmord und Zwangsverheiratungen und Zwangsprostitution. Nicht weniger häufig findet sie im häuslichen Bereich statt, psychisch über Drohungen und Demütigungen, physisch durch körperliche und/oder sexuelle Gewalt bis hin zum Mord. Wie eine groß angelegte Studie von 2004 belegt, hat in Deutschland jede vierte Frau zwischen 16 und 80 Jahren mindestens einmal Gewalt durch einen Beziehungspartner erfahrenen. In der Regel erleben Frauen nicht nur einen Gewaltausbruch. Im Gegenteil, Häufigkeit und Intensität nehmen mit der Zeit meist zu.

Gewalt gegen Frauen ist kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem. Von Gewalt und Zwang Betroffene haben Anspruch auf sofortige Hilfe und volle Unterstützung durch professionell geschulte Fachkräfte. Neben der bewährten Berliner Hotline (030 - 611 03 00) steht seit kurzem auch ein bundesweites Hilfetelefon (08000 116 016) und die Möglichkeit zur Online-Beratung zur Verfügung. Auch Verwandte, Nachbarn, Bekannte oder Arbeitsstellen können sich hier melden.

Entsprechend sensibilisiertes Personal bei Polizei, in Gesundheitseinrichtungen, in den Sozial- und Jugendämtern soll helfen, Frauen den Weg aus einer Gewaltbeziehung zu finden.

Die Antigewaltarbeit ist ressortübergreifend angelegt und wird seit Jahren kontinuierlich weiterentwickelt, sie umfasst nicht nur die direkte Hilfe für betroffenen Frauen, sondern beginnt mit Präventionsarbeit schon in Schulen und umfasst auch soziale Trainingskurse für Täter.

Bei allem ist ein steigender Bedarf festzustellen. Frauenhäuser, Zufluchtwohnungen und Beratungsstellen sind überlastet. Immer mehr Frauen bleiben länger als drei Monate im Frauenhaus, weil sie keine bezahlbare Wohnung finden. Die Angebote für Frauen mit Behinderungen, für Frauen mit psychischen und Suchtproblemen, für geflüchtete Frauen reichen nicht aus. Bestehende Standorte müssen personell und finanziell entsprechend ausgestattet, mindestens ein neues Haus muss eröffnet werden.

  • DIE LINKE. Berlin wird sich dafür einsetzen, dass die Arbeit der Fachkommission Häusliche Gewalt fortgesetzt wird und die dafür erforderlichen finanziellen und personellen Kapazitäten zur Verfügung gestellte werden.
  • Finanzielle und personelle Kapazitäten werden auch für die Integrierte Maßnahmeplanung (IMP) des Berliner Netzwerkes gegen sexuelle Gewalt erforderlich, deren Erarbeitung von der SPD-CDU-Koalition zwar beauftragt, aber nicht zu Ende gebracht wurde.