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Politik von A bis Z

Kita

Berlin wächst und damit der Bedarf an Kitaplätzen. War die Kita früher vor allem akzeptiert als Angebot zur Herstellung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so ist sie heute als Bildungseinrichtung anerkannt. Die Einschulungsuntersuchungen belegen es immer wieder: Die Kita fördert die individuelle Entwicklung der Kinder und bereitet gut auf die Schule vor. In Berlin wurden nach Angaben des Senats seit 2012 mehr als 20.000 Plätze geschaffen. Die aktuelle Bedarfsplanung sieht vor, bis 2020 weitere 30.000 Plätze zur Verfügung zu stellen. Der Senat rechnet bis dahin mit einem zusätzlichen Bedarf an über 7.000 zusätzlichen Erzieherinnen und Erziehern in Kita und Schule. DIE LINKE. Berlin unterstützt die Bemühungen des Senats, den Kitaausbau voranzubringen, um jedem Kind einen guten Kitaplatz zur Verfügung zu stellen. Doch wir kritisieren, dass der Senat es bisher versäumt hat, auch in die Kitaqualität zu investieren. Denn da ist Berlin gerade bei den Jüngsten bundesweit Schlusslicht. Nur auf massiven Druck des Berliner Kitabündnisses und der Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus waren SPD und CDU Ende 2015 endlich zu einem Kurswechsel bereit. Doch aus Sicht der LINKEN mit der falschen Prioritätensetzung. Während die Beitragsfreiheit auch für die Kinder unter drei Jahren bereits 2018 komplett umgesetzt sein soll, soll Berlin in der Personalausstattung erst 2019 den gegenwärtigen Bundesdurchschnitt erreichen.

DIE LINKE. Berlin schlägt für den Kitaausbau vor:

  • Abschaffung der Bedarfsprüfung für den Zugang zur Kita. Eltern sollen selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang sie einen Kitaplatz nutzen möchten.
  • Initiierung eines Landesinvestitionsprogramms für den Kitaneubau und Bereitstellung von Mitteln für Sanierung und barrierefreien Ausbau von Bestands-Kitas. Für Neu- und Ausbau sollen Flächen gesichert und wenn nötig auch angekauft werden. Zielgerichtet soll dort in den Ausbau investiert werden, wo die Inanspruchnahme geringer ist. Das sind insbesondere die Stadtquartiere mit einem hohen Anteil von Familien mit sozialen Benachteiligungen.
    - Vorbehaltlose Umsetzung des Anspruchs auf inklusive Förderung von Kindern mit Behinderungen und weitere Qualifizierung der Sprachförderung. Wir wollen eine individuelle Sprachförderung ermöglichen, unabhängig davon, wie viele Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache in der Kita gefördert werden. Die bisherige Regelung, wonach es mindestens 40 Prozent dieser Kinder in einer Kita sein müssen, soll abgeschafft werden.Mehr pädagogisches Fachpersonal für den notwendigen Kitaausbau und die Verbesserung der Erzieher-Kind-Relation .Prüfung, ob die vorgesehenen Verbesserungen der Erzieher-Kind-Relation und des Leitungsschlüssels früher realisiert werden können.
    - Initiative für ein Kita-Qualitätsgesetz, das für alle Bundesländer einheitliche Mindeststandards auch für die Personalbemessung definiert. Damit werden auch die Voraussetzungen geschaffen für die Beteiligung des Bundes an der Kita-Finanzierung.
    - Aufwertung der Sozial- und Erzieherberufe und bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher.
    - Ausbau der Ausbildungskapazitäten an den staatlichen Schulen für Sozialpädagogik. Einführung eines Qualitätsmanagements in der Ausbildung. Für die privaten Ausbildungseinrichtungen sollen die gleichen Qualitätsstandards gelten wie für die staatlichen Schulen.
    - Einhaltung des Fachkräftegebots durch Prüfung der Rahmenbedingungen für den Seiteneinstieg.
    - Initiative für eine dreijährige Förderung der Ausbildung zum Erzieherberuf durch die Bundesagentur für Arbeit für geeignete Bewerberinnen und Bewerber.
    - Stufenplan zur Abschaffung des Eigenanteils der Kitaträger von derzeit 7 Prozent und Verwendung der freiwerdenden Finanzmittel für die Verbesserung des Personalschlüssels
  • Etwa ein Viertel aller öffentlich geförderten Berliner Kitaplätze werden gegenwärtig von den kommunalen Kita-Eigenbetrieben angeboten. Dieser Anteil soll erhalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden.
  • Ausbau flexibler Betreuungsangebote bei Vorrang des Kindeswohls durch familienfreundliche Arbeitszeiten. Unterstützung von Initiativen Berliner Unternehmen zur Schaffung von Betriebskitas.
  • Stärkung der Elternrechte in den Einrichtungen, aber auch durch Intensivierung mehrsprachiger Angebote zur Information und Beratung in den bezirklichen Jugendämtern. Bedarfsgerechte Personalausstattung der Kitagutscheinstellen, um Wartezeiten zu vermeiden. Schluss mit Wartelisten und Zusatzbeiträgen.
  • Frühzeitige Werbung für den Kitabesuch bei Flüchtlingsfamilien und Ausbau der Platzkapazitäten besonders im Umfeld von Unterbringungseinrichtungen. Zusätzliche Fachberatung und Mittel für die Vermittlung interkultureller Kompetenzen sowie für Eltern- und Vernetzungsarbeit und den Umgang mit Traumata.