Zurück zur Startseite

Politik von A bis Z

Kulturelle Teilhabe – Kulturelle Bildung – Kultur für Alle

Nur etwa 10 Prozent der Bevölkerung besuchen regelmäßig öffentlich geförderte Kultureinrichtungen, hat das Zentrum für Kulturforschung herausgefunden. Höheres Bildungsniveau und gutes Einkommen begünstigen den Wunsch danach, Schwellenängste und soziale Not lassen ihn erst gar nicht aufkommen. Mit diesem Befund muss sich die Berliner Kulturpolitik viel stärker als bisher auseinandersetzen. Dabei geht es nicht um die Missionierung von Publikum für Hochkultur, sondern um das Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben in seiner ganzen Vielfalt. Um kulturelle Teilhabechancen zu verbessern, sind drei »Stellschrauben« zu drehen, Eintrittspreise, Programminhalte/direkte Ansprache sowie bildungsmäßige Voraussetzungen.

DIE LINKE hat bereits unter Rot-Rot das sogenannte Drei-Euro-Ticket bzw. den BerlinPass eingeführt. Seit 2005 können Menschen, die Hartz IV, Sozialhilfe, Grundsicherung oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, an zahlreichen Berliner Bühnen und Konzerthäusern Karten zum Preis von 3 Euro erwerben, wenn die Vorstellungen nicht ausverkauft sind. Ein anderes Modell verfolgt der gemeinnützige Verein KulturLeben, indem er aktiv auf Menschen zugeht, die bisher am Kulturleben nicht oder kaum teilgenommen haben. Hier wird dieser Personenkreis direkt angesprochen und auf bestimmte Angebote aufmerksam gemacht. Ein weiterer Vorteil ist, dass es auf Wunsch zwei Karten gibt, die Bedürftigkeit an der Kasse nicht offenbart werden muss und auch nichtgeförderte Kultur- und Freizeiteinrichtungen Karten zur Verfügung stellen. KulturLeben wartet nicht, ob sich jemand meldet, sondern meldet sich mit einem konkreten Kulturangebot. Bei der Vermittlung der Karten beachten die ehrenamtlichen Kräfte Vorlieben und ermuntern dazu, Schwellenängste abzulegen. Es gibt enge Verbindungen zu Sozialeinrichtungen und Schwerbehindertenverbänden, Migrantenorganisationen und Flüchtlingsheimen, dadurch werden Menschen erreicht, die nie von allein auf den Gedanken gekommen wären, einen Konzertsaal zu betreten.

  • DIE LINKE. Berlin macht sich dafür stark, dass diese Kulturvermittlungsarbeit fortgesetzt werden kann und die Eintrittspreisgestaltung der öffentlichen Kultureinrichtungen überprüft wird. Das Drei-Euro-Ticket soll von allen öffentlichen Kultureinrichtungen angeboten werden. Für die Berliner Museen fordert DIE LINKE generell entgeltfreien Eintritt.
  • Ohne die Kunstfreiheit einschränken zu wollen, wird DIE LINKE. Berlin darauf hinwirken, dass die öffentlich geförderten Kultureinrichtungen auch über ihr angestammtes Publikum hinaus Besucherinnen und Besucher gewinnen, durch Programmgestaltung und durch entsprechende Personalbesetzungen.
  • DIE LINKE. Berlin wird sich dafür einsetzen, dass das Konzept für Kulturelle Bildung fortgeschrieben wird. Das unter Rot-Rot 2008 aufgelegte ressortübergreifende Rahmenkonzept hat sich als zukunftsfähig erwiesen. Bewährte Kooperationen zwischen Kita, Schule und Jugendfreizeiteinrichtungen mit Partnereinrichtungen aus dem Kulturbereich und in der Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern müssen verstetigt werden. Darüber hinaus betont DIE LINKE, dass Angebote der kulturellen Bildung nicht nur für Kinder und Jugendliche wichtig sind, sie stehen allen zu. Für Seniorinnen und Senioren, für Menschen mit Handycap und sozial Benachteiligte sind sie ebenso wichtig und sollten bei der Fortschreibung des Konzeptes berücksichtigt werden.