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Politik von A bis Z

Umweltgerechtigkeit – soziales Leben in gesunder Umwelt

Ein langes und gutes Leben braucht gute Lebensbedingungen. Städte bieten eine Vielzahl Voraussetzungen dafür. Es gibt kurze Wege, einen gut funktionierenden ÖPNV, Kitas und Schulen, Arbeitsplätze in vielen Berufszweigen, verschiedene Wohnformen, Schwimmbad, Theater und vielfältige Versorgungsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf und darüber hinaus. Dass die soziale Lage mit über den Gesundheitszustand eines Menschen entscheidet und die Lebenserwartung beeinflussen kann, ist schon oft untersucht worden. Auch Art, Ausmaß und Folgen ungleicher sozialer Verteilungen von Umweltbelastungen und deren Gründe sind für die strategische Stadtentwicklung von Interesse. Sie werden unter dem Begriff der Umweltgerechtigkeit zusammengefasst.

Vier wichtige umweltbezogene Themenfelder (Lärmbelastung, Luftschadstoffbelastung, Grünflächenversorgung und bioklimatische Belastung – die schlechte Durchlüftung und Aufheizung im Sommer) wurden und werden mit der sozialen Problemdichte in Berlin erfasst und seit wenigen Jahren zusammen für alle Quartiere bewertet.

Die dokumentierten integrierten Mehrfachbelastungen belegen, dass Menschen in innerstädtischen, dicht bebauten Ortsteilen (z.B. Neukölln-Nord), aber auch in äußeren Ortsteilen Berlins mit gründerzeitlich verdichteten Strukturen oder Großsiedlungen (z.B. Spandau und Marzahn) gegenüber den offener geprägten Bereichen wie in Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf durch stärkere Belastung benachteiligt sind.

Der Handlungsbedarf für den sozial-ökologischen Umbau steigt mit diesem Wissen. Gezielte Maßnahmen zum Abbau der Belastungen zu entwickeln, bedeutet auch, neue und schon vorhandene Planungen (z.B. Nachverdichtungen in grünen Höfen und Neubau von Straßen) auf ihre Wirkung in Bezug auf Umweltgerechtigkeit zu hinterfragen.

DIE LINKE. Berlin setzt sich ein für

  • eine verpflichtende Prüfung aller laufenden und künftigen Neubauvorhaben, wie sie sich auf die Umweltgerechtigkeit in den jeweiligen Quartieren auswirken.
  • die mit Bürgerinnen und Bürgern abgestimmte Erarbeitung eines stadtteilorientierten Katalogs mit Maßnahmen zur Verringerung der Umweltbelastungen, ausgehend von der sozialen Benachteiligung in den jeweiligen Quartieren.
  • eine gerechte Verteilung von Fördermitteln für den Städtebau (Programme Stadtumbau Ost und West, Soziale Stadt, Aktive Zentren und städtebaulicher Denkmalschutz), um Defizite in benachteiligten Stadtgebieten zu beseitigen. Umweltgerechtigkeit muss Grundlage für die integrierte Stadtplanung sein.