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Politik von A bis Z

Sichere Wasserversorgung

Berliner Trinkwasser ist ein Naturprodukt. Es wird dezentral aus geschützten Grundwasservorkommen des Berliner Urstromtals und aus Uferfiltrat von Gewässern wie dem Müggelsee gewonnen. In Berlin ist Grundwasser für die Trinkwassergewinnung in ausreichender Menge und guter Qualität vorhanden. Als Trinkwasser und für den Gebrauch im Haushalt benötigt Berliner Wasser keinerlei Nachbehandlung. Das unterscheidet uns von manch anderen Städten. Das Berliner Wasser ist gesund – noch. Gefahr droht insbesondere von den Auswirkungen des jahrelang und immer noch betriebenen Braunkohletagebaus in der Lausitz. Durch den Abbau der Kohle werden pyrithaltige Erdschichten (Eisendisulfidminerale) freigelegt. Erst durch die Reaktion mit der Luft oxidiert Eisendisulfid zu Sulfat und Eisenhydroxid. Das erste macht das Wasser sauer und kann Durchfall erzeugen. Das zweite färbt das Wasser ab einer bestimmten Konzentration ockerrot.

Die Tagebauabwasser landen direkt und indirekt in der Spree. Der Sulfatgehalt der Spree, aus deren Uferfiltrat im Wasserwerk Friedrichshagen Berliner Trinkwasser für rund eine Million Menschen gewonnen wird, steigt seit den letzten Jahren rapide an. Bleibt es bei dieser Entwicklung, müsste das Trinkwasser künftig aufwendig aufbereitet werden. Folge wären deutlich steigende Wasserpreise – und das bei Preisen, die ohnehin die höchsten in Deutschland sind.

DIE LINKE. Berlin setzt sich ein für

  • die naturnahe Trinkwasserversorgung und den Erhalt der Wasserqualität (keine Grenzwertveränderungen). Die dezentrale Struktur der Trinkwassergewinnung soll beibehalten werden.
  • Verhandlungen mit Brandenburg und Sachsen sowie der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH mit dem Ziel, dass die Sulfatbelastung in der Spree reduziert und eine sichere Trinkwasserversorgung ohne zusätzliche technische Maßnahmen in den Wasserwerken garantiert wird. Die erforderlichen Maßnahmen sind sofort zu ergreifen.
  • den Ausstieg aus der Kohle in Berlin bis 2020. Das bedeutet, dass der Kraftwerkspark in Berlin zur Erzeugung von Wärme und Strom umgestellt wird auf kohlefreie Brennstoffe.
  • den Ausstieg aus dem Brandenburger Braunkohletagebau als eine unabwendbare Bedingung für eine preiswerte und ökologische Wasserversorgung nach einem zeitlich und inhaltlich verbindlichen Konzept, das soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit für die Region beinhaltet.