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Politik von A bis Z

Wertstoffsammlung aus Wohngebieten
Altglas und Biogut

Das Leben in der Stadt verursacht Abfälle. Abfälle werden in einem nach Klimaneutralität strebenden Land wertvoller Ersatz für notwendige Rohstoffe.

Bei der Altglassammlung hat sich über Jahrzehnte bewährt, Glas in den Wohnhöfen und im Straßenland zu sammeln. Dennoch findet in Teilen Berlins seit November 2013 keine Hofsammlung (Holsystem) mehr statt. Wir wollen, dass sie auch dort spätestens ab 2017 wieder gewährleistet wird. Begleitgutachten zur Umstellung des Sammelsystems in drei Berliner Bezirken haben einen Wertstoffverlust von über 19% Altglas nachgewiesen. Ein deutlicher Beleg dafür, dass die auf Initiative der Linksfraktion erhobene Forderung des Abgeordnetenhauses zur schnellstmöglichen Wiedereinführung des wohnungsnahen Holsystems ein richtiges Signal war.

Berlin benötigt gerade angesichts der älter werdenden Stadt ein wohnortnahes Sammelsystem, das von den Menschen akzeptiert wird. Um die Sammelqualität zu verbessern, sind die Tonnen so zu gestalten, dass Fehleinwürfe so gut wie möglich verhindert werden. Ein weiterer Rückzug der Hofsammlung, um das System für die Entsorgungswirtschaft zu optimieren, würde weitere Einschnitte bei den Sammelmengen zur Folge haben. Das wäre rückwärtsgewandte Umweltpolitik.

Solange die Hofsammlung in einigen Stadtteilen bzw. Bezirken nicht gewährleistet ist, muss unverzüglich dafür Sorge getragen werden, dass Sammelcontainer im Straßenland von jedem Wohnstandort in weniger als 300 Metern erreichbar sind. Die Plätze müssen gut beleuchtet, die Beräumung von Schnee und Eis muss gewährleistet sein. Container sind innerhalb des Radius von weniger als 300 Metern bevorzugt an so genannten Ameisenstraßen aufzustellen, also an Routen, die von Bewohnerinnen und Bewohnern in ihren alltäglichen Abläufen frequentiert werden, z.B. in der Nähe von ÖPNV-Haltestellen oder Geschäften.

In Berlin werden schon über 100 000 Tonnen Biogut pro Jahr eingesammelt. Dennoch liegt Berlins Pro-Kopf-Aufkommen im Vergleich mit anderen Großstädten am unteren Rand.

Noch fehlen an einigen Orten Sammelbehälter für die wertvollen organischen Stoffe. Berlin hat insbesondere bei der Bioabfallvergärung schon gute Erfahrungen gesammelt, doch bei der Wertstoffverwertung gibt es noch deutliche Reserven. Die zusätzlich gesammelte Biomasse sollte z.B. zur Erzeugung von Biogas für die BSR-Fahrzeugflotte genutzt werden. Das würde fossile Kraftstoffe sparen und somit doppelt klimafreundlich wirken.

DIE LINKE. Berlin setzt sich ein für

  • eine Abfallvermeidungskampagne, die breite Bevölkerungsschichten anspricht und langanhaltende Wirkung erzielt.
  • die Beibehaltung der zwei Systeme der Altglas-Sammlung in Berlin (Hol- und Bringsystem), um so kurze Wege mit Sortenreinheit des Sammelgutes zu kombinieren.
  • die Verbesserung der Wertstoffsammelplätze im öffentlichen Straßenland. Überall, wo möglich, sollen barrierefrei zugängliche Unterflursysteme eingerichtet werden, die ins Stadtbild passen.
  • die verbindliche Aufstellung von Biogutsammeltonnen für alle Haushalte und öffentlichen Einrichtungen.
  • die Errichtung einer zweiten Biogasanlage in Berlin.