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Wahlprüfstein
 

Hochschullehrende und Mitarbeiter*innen der drei Berliner Hochschulen für Sozialwesen, Fachkräften von freien sowie öffentlichen Trägern und Studierenden sozialer Berufe

Zum Thema »Soziales Praktikum«

1.
Wie bewerten Sie die aktuelle Situation von Praktikantinnen und Praktikanten, die ein 5 monatiges unbezahltes Praktikum absolvieren müssen?

Für die meisten Praktikant*innen ist die Situation leider immer noch prekär, weil sie i.d.R. keine entsprechende Vergütung erhalten und häufig darauf angewiesen sind, neben dem Studium auch noch zu arbeiten, um ihren Lebensunterhalt sichern zu können.

Seit Jahren sind diese Probleme bundesweit bekannt. Das Netzwerk Prekäres Praktikum hatte 2013 für den Bereich der Sozialen Arbeit in Berlin dazu Untersuchungen vorgenommen. Wir teilen die dort gewonnenen Erkenntnisse und Einschätzungen.

Die Hoffnung der Betroffenen, eine Lösung ab 2015 mit dem Mindestlohngesetz des Bundes zu finden, hat sich nicht erfüllt. Student*innen bleiben außen vor.

DIE LINKE im Bundestag hatte sich selbstverständlich für gesetzliche Regelungen eingesetzt.

2.
Sind sie für eine gesetzlich verankerte Bezahlung dieser Pflichtpraktika im Sozialen Bereich?

Ja, denn Arbeitsleistungen müssen auch vergütet werden. Goodwill Aktionen helfen hier nicht weiter. Es muss eine gesetzliche Verankerung der Bezahlung von Pflichtpraktika geben.

3.
Sind sie für eine Vergütung in Höhe des Existenzminimums?

Das ist das wünschenswerte Ziel und es wäre ein wichtiger und guter Beitrag, um die Attraktivität eines Studiums im sozialen Bereich zu erhöhen.

4.
Bisher gibt es keine Ressourcen, um die Anleitung von Praktikantinnen und Praktikanten zu gewährleisten. In den (Rahmen)Verträgen zwischen Senat und Trägern sozialer Dienste tauchen Praktika nicht auf. Würden sie dies ändern? Wenn ja, wie?

Dieses Problem ist zwischen den Genannten zu thematisieren und zu einer Lösung zu bringen. Dazu gehört u.a. auch, dass Pflichtpraktika längerfristig vorbereitet werden.

In welcher Form dies verbindlich geregelt werden kann, ist mit den Experten und dafür Verantwortlichen zu klären.