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Wahlprüfstein
 

Zum KinderKulturMonat Berlin

WerkStadt Kulturverein Berlin e.V.

1.
Wie schätzt Ihre Partei die Bedeutung des KinderKulturMonats für die Kulturlandschaft in Berlin ein?

DIE LINKE. Berlin unterstützt Initiativen der kulturellen Bildung in Berlin auf bezirklicher und Landesebene als wesentlichen Bestandteil von Bildungsprozessen in Kitas, Schulen aber auch in den verschiedenen außerschulischen Kontexten. Die Idee für ein ressortübergreifendes Rahmenkonzept Kulturelle Bildung ging vor ca. zehn Jahren von der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus aus und wurde unter dem damaligen Kultursenator Thomas Flierl auf den Weg gebracht. Gegenwärtig wird an seiner Weiterentwicklung gearbeitet. Erste Positionen dafür liegen bereits vor und werden von uns unterstützt. Dazu gehört auch die stärkere Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen als Akteurinnen und Akteure in eigener Sache sowie die Berücksichtigung ihrer Lebenswelten und Lebenssituationen. In diesem Sinne ist auch das Anliegen des KinderKulturMonats unterstützenswert, das den Zugang zu kulturellen Bildungsangeboten unabhängig vom Geldbeutel der Eltern unterstützen und fördern möchte.

2.
Ein Großteil der Arbeit beim KinderKulturMonat wird zur Zeit ehrenamtlich geleistet. Dadurch ist keine Planungssicherheit gegeben und es besteht in jedem Jahr die Gefahr der Einstellung des Projektes. Sind Sie bereit, die Fördermittel für den KinderKulturMonat einzuführen, und wenn ja, in welcher Höhe?

DIE LINKE. Berlin unterstützt generell Forderungen von Initiativen und Trägern nach Verstetigung und Planungssicherheit, wenn sich die Projektidee in der Praxis bewährt hat und sich die Initiative in ein Gesamtkonzept für die Förderung kultureller Bildung einordnen lässt. Im Falle des KinderKulturMonats lagen uns bisher keine Anfragen oder Forderungen der Initiative selbst oder des Trägers oder entsprechende Ansinnen der Senatsjugendverwaltung für eine staatliche Förderung vor. Wir bitten daher um Nachsicht, wenn wir uns an dieser Stelle nicht in der Lage sehen, pauschale Zusagen für Förderungen bzw. Förderungen in bestimmter Höhe zu geben. Wir sind aber gern zu Gesprächen bereit, auf welche Art und Weise wir als DIE LINKE. Berlin zur Förderung des KinderKulturMonats beitragen können.

3.
Was werden Sie weiterhin unternehmen, damit das Budget des KinderKulturMonats gesichert und damit das Projekt verstetigt werden kann? Welche konkreten Förderinstrumente können genutzt werden?

DIE LINKE. Berlin verfolgt mit Interesse die Ergebnisse des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ und die Bemühungen, dieses Programm über das Jahr 2017 hinaus fortzusetzen. Berlin hat in hohem Maße von diesem Bundesprogramm profitiert. In diesem Sinne hat DIE LINKE. Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus die Initiative ergriffen, und den Senat in einem Antrag (Drs. 17/ 2920) aufgefordert, sich langfristig für eine Verstetigung dieses Programms als Ergänzung zu Landes- und bezirklichen Initiativen kultureller Bildung einzusetzen. Dieses Bundesprogramm wäre ein konkretes Förderinstrument, das in Abhängigkeit von den noch zu bestimmenden Fördergrundsätzen im Hinblick auf seine Eignung für mehr Planungssicherheit für bewährte und neue Projekte und Initiativen im Bereich kultureller Bildung in Berlin zu prüfen wäre.

4.
Kulturelle Bildung für alle Kinder ist Voraussetzung für eine in Zukunft breiter gestreute Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen an Kultur in Berlin. Welche Instrumente der Kulturförderung müssen Ihrer Meinung nach maßgeblich daran beteiligt sein bzw. entwickelt werden?

DIE LINKE. Berlin hat diverse weitere Initiativen ergriffen, um das Rahmenkonzept Kulturelle Bildung mit Leben zu füllen und die kulturelle Vielfalt in unserer Stadt für Menschen aller Generationen, unabhängig von Geldbeutel, Geschlecht oder ethnischer/kultureller/religiöser Herkunft zu entwickeln. DIE LINKE. Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat sich in den Haushaltsberatungen für 2016/17 für eine bessere Förderung der Angebote des JugendKulturService eingesetzt und die Bemühungen um die Regelfinanzierung für einzelne Vorhaben der Kulturellen Bildung unterstützt. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, die Festanstellungsquote an Musik- und Volkshochschulen zu erhöhen. Wir fordern existenzsichernde Mindesthonorare für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, selbstverständlich auch in der kulturellen Bildungsarbeit. Wir wollen den Kreis der BerlinPass-Berechtigten ausweiten und damit auch mehr Menschen einen vergünstigten Zugang zu Kulturangeboten ermöglichen. Zu unseren Forderungen gehören auch der eintrittsfreie Museumsbesuch und die Abschaffung der Gebühr für die Nutzung der Bibliotheken. Wir setzen uns dafür ein, dass Kunst und Kultur ihren Beitrag für die Inklusion und Integration zu uns geflüchteter Menschen leisten können. Kulturelle Vielfalt benötigt Zeit, Raum und Ressourcen, auch mit dem Ziel, das ehrenamtliche Engagement zu fördern und zu unterstützen.

5.
Mit dem KinderKulturMonat arbeiten wir, wie viele Projektmacher*innen in Berlin, an der Schnittstelle von Bildung, Jugend und Kultur. Welchen Handlungsbedarf sehen Sie innerhalb der Förderlandschaft sowie der Verwaltung Berlins, um diese Projekte langfristig zu ermöglichen?

Eine wesentliche Voraussetzung für Erhalt und Entwicklung neuer Angebote kultureller Bildung ist die Anerkennung und Stärkung des ressortübergreifenden Anspruchs für eine gelingende Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten. Wichtige Ansätze für die Weiterentwicklung der kulturellen Bildungsarbeit in Berlin liegen mit den Positionen der Berliner Denkwerkstatt Kulturelle Bildung vor. Auf dieser Basis sollte der Prozess der Weiterentwicklung des Rahmenkonzeptes kulturelle Bildung erfolgen. Er bildet aus der Sicht von DIE LINKE. Berlin die geeignete Plattform für weitere kreative Ideen und Vorschläge für die Weiterentwicklung von Inhalten, Strukturen und Verfahren kultureller Bildungsarbeit und für die Verbesserung der Möglichkeiten zur Verstetigung erprobter Projekte und Initiativen. Diesen Prozess wollen wir als DIE LINKE. Berlin weiter befördern und Beteiligte und Betroffene zur Mitarbeit daran einladen. Dazu gehören ausdrücklich auch Kinder, Jugendliche und junge Menschen. Ihre Beteiligungsrechte sind auch im Bereich der kulturellen Bildungsarbeit unbedingt zu stärken.