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Wahlprüfstein
 

Landesarbeitsgemeinschaft Medienarbeit e.V. Berlin

und Landesgruppe Berlin-Brandenburg der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V.

Vorbemerkung:

Grundsätzlich teilen wir die Forderungen von »Medienbildung jetzt«, haben sie als Vorschläge angenommen, sehen aber die Notwendigkeit, über deren Umsetzung gemeinsam weiter zu diskutieren. Unsere Positionen haben Eingang in einem gemeinsamen Antrag vom 8.3.2016 der Fraktionen Bü90/Die Grünen, der Linken und der Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus gefunden: Drucksache 17/2805 »Berlins Zukunft sichern – jetzt Konzept für die Bildung mit digitalen Medien vorlegen«.

Grundbildung Medien für alle pädagogischen Fachkräfte verbindlich machen

1. Welche Vorschläge hat Ihre Partei, um eine verbindliche und breitenwirksame medienpädagogische Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere pädagogische Fachkräfte sicherzustellen?

Das Anfang 2014 verabschiedete Lehrkräftebildungsgesetz und der 2017 in Kraft tretende neue Rahmenlehrplan für Berlin und Brandenburg mit dem Basiscurriculum Medienbildung sind wichtige Ansatzpunkte für eine konzeptionelle Neuausrichtung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte und der weiteren pädagogischen Fachkräfte. Sie müssen weit stärker als bisher auf die Entwicklung von Medienkompetenz der Lehrkräfte und der pädagogischen Fachkräfte und dabei insbesondere von Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien ausgerichtet werden. Dazu sollte in den Studien- und Ausbildungsordnungen für die jeweiligen Lehramtsstudien- und weiteren Ausbildung- und Weiterbildungsgänge der spezifische Beitrag zur Entwicklung von Medienkompetenz explizit ausgewiesen werden.

Dazu im Antrag 17/2805:

  • Verankerung der Medienbildung mit Schwerpunkt digitale Medien in der Aus- und Fortbildung aller pädagogischen Kräfte, über die reine Technikvermittlung hinaus hin zu grundsätzlichen und fachbezogenen didaktischen Fragen der digitalen Vermittlung von Inhalten und der Veränderung des Lehrens und Lernens durch die Nutzung des Internets.

Erziehende bei frühkindlicher Medienbildung unterstützen

2. Welche Maßnahmen sind aus Sicht Ihrer Partei sinnvoll, um die Medienkompetenz von Vorschulkindern altersangemessen zu fördern?

Die meisten Kinder haben bereits sehr frühzeitigen Zugang zu Medien und lernen spielerisch deren Gebrauch- von Geschwistern, Eltern und im familiären und sozialräumlichen Umfeld. Doch die Chancen dazu sind ungleich verteilt. Zum einen aus sozialen Gründen oder weil Eltern ganz bewusst darauf verzichten. Die frühkindliche Förderung in Kita oder Tagesförderung soll jeweils die individuellen Voraussetzungen der Kinder berücksichtigen und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern, Benachteiligungen entgegenwirken und soziale Kompetenzen vermitteln – in enger Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Voraussetzung dafür ist chancengleicher Zugang zu vorschulischer Förderung. Doch der Rechtsanspruch auf den Kitabesuch ist in Berlin immer noch eingeschränkt. DIE LINKE fordert daher eine Abschaffung der Bedarfsprüfung und einen bedarfsgerechten Ausbau der Kitaplätze. Eltern sollen selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang sie ihre Kinder in Kita oder Tagespflege gefördert wissen wollen. Sie sollen auch wählen können zwischen den verschiedenen pädagogischen Konzepten der Träger und Einrichtungen. Dies gilt auch im Hinblick auf Art und Umfang der medienpädagogischen Kompetenzvermittlung.

3. Inwiefern reicht es Ihrer Meinung nach aus, dass die Förderung der Medienkompetenz im Berliner Bildungsprogramm für Kitas im Bildungsbereich „Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien“ verankert ist und als Querschnittsbereich alle anderen Bildungsbereiche flankiert? Welche weiteren Maßnahmen strebt Ihre Partei an?

Die Formulierung des Anspruchs der Medienkompetenzvermittlung als Querschnittsaufgabe im Kita-Bildungsprogramm ist richtig und wichtig. Entscheidend ist jedoch, wie dieser Anspruch im pädagogischen Alltag in den Einrichtungen realisiert wird. Wichtig ist dafür vor allem die Sensibilität für die Aufgabenstellung, gut ausgebildete, kreative und motivierte pädagogische Fachkräfte sowie eine adäquate Ausstattung der Einrichtungen.

DIE LINKE. Berlin setzt sich dafür ein, dass die Kapazitäten für die Ausbildung von Erzieher/innen ausgebaut werden, auch auf Hochschulebene. Wir fordern, die Medienpädagogik fest im Ausbildungsprogramm zu verankern und die Kompetenz zur Kommunikation und Elternarbeit zu verstärken. Wir treten dafür ein, dass die Potenziale der Mediennutzung erkannt werden und die Befähigung, sie im pädagogischen Alltag gezielt zu nutzen, z.B. für die Frühförderung von Kindern mit Behinderung, noch stärker ausgebildet werden. Neben der Ausbildung müssen auch Angebote für Fort- und Weiterbildung bedarfsgerecht verstärkt werden. DIE LINKE. Berlin hat vorgeschlagen, den von den Kita-Trägern beizubringenden finanziellen Eigenanteil von 7% pro Platz schrittweise abzubauen. Mit dem freiwerdenden Geld können die Kitas Investitionen tätigen: ins Personal, Fortbildungen, aber auch in eine moderne materiell-technische Ausstattung.

4. Wie wollen Sie den Ausbau der medienpädagogischen Elternarbeit und entsprechender Netzwerke stärken, damit Eltern für aktuelle Aufgaben der Medienerziehung und der Förderung frühkindlicher Medienkompetenz sensibilisiert werden?

Viele Eltern und Elternvertretungen nutzen heute bereits ganz selbstverständlich insbesondere die digitalen Medien, um zu kommunizieren und sich zu vernetzen. Problemtisch ist es, wenn nicht gleichermaßen alle Eltern einbezogen sind. Es müssen in jedem Falle Wege gefunden werden, alle Eltern gleichermaßen zu beteiligen. Dies setzt eine Sensibilisierung für das Thema Mediennutzung/Medienkompetenz und die Akzeptanz von Unterschieden im Gebrauch aus verschiedenen Gründen voraus. Vielen Eltern ist bewusst, dass der verantwortungsvolle Umgang mit den Medien erlernt werden muss und dass insbesondere die Nutzung der digitalen Medien auch Gefahren birgt. Kinder lernen am ehesten vom elterlichen Vorbild. Dafür müssen Eltern sensibilisiert werden. Am besten ist es, in der Elternarbeit vor Ort das Thema Medienpädagogik zu diskutieren, das medienpädagogische Konzept in der Kita vorzustellen und gemeinsam Regeln für den Medienumgang festzulegen. Bildungspartnerschaften funktionieren nur auf der Grundlage von Respekt, Toleranz und Transparenz. Doch die Kitas sind nicht allein für die medienpädagogische Elternarbeit zuständig. Sie sind in erster Linie Initiator und Vermittler in Sachen medienpädagogischer Elternangebote. DIE LINKE. Berlin setzt sich dafür ein, dass vor Ort in den Sozialräumen niedrigschwellige und allgemein zugängliche Familienbildungsangebote vorhanden sind. Wir fordern, dass die Angebote der Familien-, Nachbarschafts- und soziokulturellen Zentren finanziell gesichert und ausgebaut werden. Es müssen Räume vorhanden sein, damit Eltern Selbsthilfepotenziale entwickeln können. Angebote von Eltern für Eltern haben sich als am wirkungsvollsten erwiesen.

Medienbildung in der Schule implementieren

5. Welche Vorschläge haben Sie, um die Implementierung des Basiscurriculums im Alltag der Schulen sicher zu stellen? Welche Vorschläge haben Sie, um Lehrerinnen und Lehrer in der Umsetzung der fachintegrativen Medienbildung zu unterstützen? Welche Rolle spielen dabei aus Ihrer Sicht außerschulische Partner und wie könnte deren Rolle gestärkt werden?

Der Umgang mit digitalen Medien von Handy, Smartphone, Tablet, Laptop über Internet, Computerspielen bis hin zu sozialen Netzwerken gehört für die meisten Schülerinnen und Schüler heute zu ihrem Alltag, allerdings nicht unbedingt im Unterricht. Mit der Einführung eines Basiscurriculums Medienbildung wird der von Medien – analog und digital – beeinflusste Alltag der Schülerinnen und Schüler aufgegriffen. In allen Fächern und fächerübergreifend und in allen Schuljahrgängen gilt es, diese Alltagserfahrungen aufzugreifen und als dauerhaften, pädagogisch strukturierten Prozess zur Entwicklung von Medienkompetenz zu gestalten und zur Entwicklung neuer individueller und kollaborativer Lernformen zu nutzen. Kreativer Umgang und kritische Auseinandersetzung mit der interessengeprägten Medienwelt und mit den sich rasant entwickelnden Medientechnologien gehören ebenso dazu wie sich den Herausforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit zu stellen.

Unsere Vorschläge dazu im Antrag 17/2805:

  • die Organisation des Austausches unter pädagogischen Kräften zur Erstellung und Weiterentwicklung von fachdidaktischen Konzepten zum Einsatz von digitalen Medien, zur Entwicklung neuer kollaborativer und individueller Lernformen und zu den Herausforderungen im Hinblick auf Datenschutz und IT-Sicherheit;
  • die konzeptionelle Unterfütterung des inklusiven und geschlechtergerechten Lernens im Rahmen des Unterrichts mit digitalen Medien;
  • Verstetigung und Absicherung von Best-Practice-Projekten, um nachhaltige Erfolge zu ermöglichen und auszubauen;
  • Ausbau der Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg im Rahmen des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin Brandenburg (LISUM) und des Bildungsservers Berlin Brandenburg auf Basis des neuen gemeinsamen Rahmenlehrplans zur fächerübergreifenden Kompetenzentwicklung im Bereich Medienbildung;

6. Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um die erforderliche Medienausstattung in allen Schulen sowie den technischen Support und die technisch-didaktisch und medienpädagogisch sinnvolle Anwendung sicherzustellen?

Generell bedarf es der Schaffung einer IT-Infrastruktur (Netzanbindung, Vernetzung, Geräteausstattung, Programme, Plattformen, …) auf dem heutigen technischen Standard für das Berliner Schulwesen für das Lernen und Lehren in den Schulen und für die Organisation und Verwaltung des Schulwesens.

Dazu im Antrag 17/2805:

  • die Erstellung einer Bestandsaufnahme und einer Zielstellung zur technischen Ausstattung der Schulen bezüglich der Quantität und Qualität für den IT-medienpädagogischen Bereich und zum technischen Support der IT-Endgeräte in Zusammenarbeit mit den Bezirken;
  • eine Zielstellung darüber, wie und bis wann allen Berliner Schulen ein leistungsfähiger Breitbandanschluss und ein freies WLAN zur Verfügung stehen soll;

Im Wahlprogramm DIE LINKE. Berlin:

Zusätzlich zum Ausbau der IT-Infrastruktur auf das erforderliche Maß sind Weiterbildungsangebote für das Lehrpersonal und zusätzliche Stellen für qualifiziertes Personal zu schaffen. Der Zugang zu digitalen Technologien und zum Internet muss unabhängig vom Einkommen und sozialen Hintergrund ermöglicht werden.

DIE LINKE setzt sich für ein Bund-Länder-Programm für digitale Bildung ein, das auch ein mobiles Endgerät für jedes Kind als Teil der grundständigen Bildungsausstattung fördert. Wir machen uns stark für selbst bestimmtes Lernen. So sollen die Möglichkeiten, Fortbildungen auch online durchzuführen, ausgebaut werden. Ebenso sollen Volkshochschulen generell Online-Kurse sowie Kurse in digitaler Bildung anbieten.

Außerschulische Medienbildung strukturell verankern

7. Welche Maßnahmen streben Sie an, um die bestehenden Förderprogramme zur Verankerung von Medienbildung in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit auszubauen?

Förderprogramme zur außerschulischen Medienbildung existieren nicht im luftleeren Raum. Problemtisch ist, dass die Infrastruktur für die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit seit Jahren kaputtgespart wird. Das können zeitlich begrenzte Landesprogramme nicht kompensieren. Daher fordern wir LINKE zuerst, dass die Strukturen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit in den Bezirken gesichert und bedarfsgerecht ausgebaut wird. Dafür müssen neue Formen der Finanzierung und allgemeinverbindliche Standards entwickelt werden, die, so die Forderung der Partei DIE LINKE, auch gesetzlich festgeschrieben werden müssen. Zweitens müssen die Prinzipien der Kinder- und Jugendbeteiligung fest verankert werden. Kinder und Jugendliche sollen mehr Beteiligungsrechte erhalten, um demokratische Willensbildungsprozesse zu fördern. Dazu gehört aus LINKER Sicht auch, das Wahlalter weiter herabsetzen. Kinder- und Jugendbüros müssen in die Regelfinanzierung. Wir sind sicher, dass all diese Maßnahmen auch die Voraussetzung sind, um Angebote zur Medienbildung im außerschulischen Bereich zu sichern und auszubauen.

Medienbildung schließt für uns auch ein, den verantwortungsvollen Umgang mit den Medien, insbesondere mit den digitalen Medien zu lernen. D.h. unter anderem ein bewusstes Verbraucherverhalten zu befördern und zu lernen, sich in der Fülle der angebotenen Informationen zurecht zu finden. Es gilt auch zu lernen, wie man die eigene Privatsphäre schützt und die anderer respektiert. Schließlich geht es auch darum, dass Suchtpotential richtig einzuschätzen. Wir setzen uns in diesem Zusammenhang auch dafür ein, dem Jugendmedienschutz mehr Gewicht zu geben und ihn wirksam zu reformieren.

8. Was sollte seitens der Landesebene getan werden, um Einrichtungen der Jugend-, Familien- und Elternbildung bei Angeboten zur Medienkompetenzförderung gezielt zu unterstützen?

Wichtig ist aus LINKER Sicht, dass der Senat stärker als bisher für das Thema Medienkompetenzförderung sensibilisiert, konzeptionelle Überlegungen initiiert, praktikable Initiativen, Maßnahmen und Projekte fördert und gute Beispiele öffentlich macht. Das gelingt aus unserer Sicht nur im ressortübergreifenden Handeln. Das Land sollte die finanziellen Voraussetzungen schaffen, um Neues zu erproben und die Maßnahmen, die sich als gut und wirksam erwiesen haben, in die Regelfinanzierung zu überführen und gegebenenfalls in die Fläche auszudehnen. Kinder und Jugendliche sollen in die Bewertung von Programmen/Projekten einbezogen werden und darüber auch entscheiden können. Das Land sollte eine stärkere Verantwortung für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Sachen Medienpädagogik übernehmen. Auch in Sachen Elternbildung sollten Angebote initiiert und gefördert werden.

9. Welche Vorschläge haben Sie, um den fachlichen Austausch zwischen Medienbildungseinrichtungen zu intensivieren?

10. Welche Vorschläge haben Sie für eine nachhaltige Verankerung mediengestützter Projekte zur Kinder- und Jugendbeteiligung auf bezirklicher Ebene?

Zu 9. und 10.:

Die Fraktionen der LINKEN, Piraten und von Bü90/Die Grünen haben im März 2016 die Initiative ergriffen und einen Antrag über "Berlins Zukunft sichern – jetzt Konzept für die Bildung mit digitalen Medien" (Drs. 17/2805) vorgelegt. Der Antrag enthält wesentliche medienpädagogische Forderungen unserer Partei. Dazu gehört u.a. auch, einen "Runden Tisch Medienbildung" einzurichten, "der regelmäßig die breite außerschulische Trägerlandschaft der Medienbildung mit den Gremien der Lehrkräfte, Schüler/-innen und Eltern vernetzt."

Zugang zu Bildung öffnen und Open Educational Resources fördern

11. Welches Verständnis hat Ihre Partei von offener Bildung und Open Educational Resources?

12. Welche Vorschläge haben Sie, um Lehrende und Lernende beim Einsatz von OER zu unterstützen und das Thema OER bekannter zu machen?

13. Sollen Bildungsressourcen, die aus öffentlichen Mitteln finanziert wurden, allen Bürgerinnen und Bürgern frei zugänglich gemacht werden?

Zu 11. bis 13.:

Die voranschreitende Digitalisierung ist eine Herausforderung für das Lernen und für die Berliner Schule. Eine wichtige Rolle spielen hierbei „Offene Lehr- und Lernmaterialien (OER)“. Mit ihnen werden, jenseits der Monopolstellung der klassischen Schulbuchverlage, neue Wege für die Entwicklung und Bereitstellung von Lehr- und Lernmaterialen beschritten. DIE LINKE. Berlin unterstützt ausdrücklich das Erstellen und die Nutzung Offener Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources, OER). Schulen müssen dafür, ähnlich wie Hausmeisterinnen und –meister, zusätzliche Stellen für die IT bekommen. Dazu muss ein Entwicklungspool aus erfolgreichen Lehrkräften aus der Praxis und der Wissenschaft geschaffen werden.

Dazu im Antrag 17/2805:

  • die Schaffung einer funktionstüchtigen, sicheren digitalen Lernplattform mit qualitativ hochwertigen, offenen und frei verwendbaren Inhalten (Open Educational Ressources) unter Einbeziehung moderner pädagogischer und fachdidaktischer Konzepte, die barrierefrei zugänglich und leicht bedienbar sein soll;

Im Wahlprogramm DIE LINKE. Berlin:

Wir setzen uns für die Nutzung und die Erstellung offener Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Ressources, OER) sowie den Einsatz von Open-Source Software ein.

Partizipation in der Mediengesellschaft stärken

14. Was wollen Sie tun, um eine partizipative Medienbildung und Medienkompetenzförderung quer durch alle Altersstufen und Medien materiell und strukturell zu unterstützen?

15. Bürgerjournalismus in freien Radios oder Offenen Kanälen und Netzjournalismus machen Berlin bekannt. Wie wollen Sie die hier zumeist ehrenamtlich engagierten Bürgerjournalistinnen und -journalisten fördern?

Zu 14. Und 15.:

Wir teilen die Einschätzung zur Rolle der Freien Medien und sehen die Notwendigkeit der Förderung mediengestützten bürgerschaftlichen Engagements. DIE LINKE hält die unabhängigen nicht-kommerziellen und Bürgermedien für einen unverzichtbaren Bestandteil des Medienangebots. Ihre organisatorische und redaktionelle Unabhängigkeit muss gewahrt bleiben. DIE LINKE tritt dafür ein, dass die nicht-kommerziellen Medienangebote in einer Höhe zwischen 10% und 25% vom Anteil der Landesmedienanstalten am Rundfunkbeitrag finanziert werden. Es ist Aufgabe der Länder, die tatsächliche Höhe des Bedarfs festzulegen.

16. Wie stellt sich Ihre Partei die Förderung der Mitsprache von Zugewanderten und Neubürgerinnen und -bürgern in Medien und Öffentlichkeit vor? Und welche Mittel stellen Sie für interkulturelle Medienkompetenzarbeit bereit?

DIE LINKE. Berlin sieht die dringende Notwendigkeit der Förderung der Mitsprache und Teilhabe von Zugewanderten und Neubürger*innen in Medien und Öffentlichkeit. Vor dem Hintergrund, dass erst im April 2016 ein Auswahlverfahren des Medienrates der MABB für ein Integrationsradio gescheitert ist, sind wir der Meinung, dass hier weitere Anstrengungen unternommen werden müssen. Hier ist auch die Medienanstalt weiter in der Pflicht, eine Förderung eines solchen Radios unter Ausschöpfung der vorhandenen Möglichkeiten im Medienstaatsvertrag zu realisieren.

17. Was schlägt Ihre Partei konkret vor, um die Potentiale analoger und digitaler Medien im Bereich der Inklusion und Chancengleichheit zu fördern?

DIE LINKE spricht sich u.a. dafür aus, im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei allen künftigen Produktionen die Barrierefreiheit im Sinne der Hörfilmfassung verbindlich festzulegen. Der Einsatz von Gebärdendolmetschern bei Nachrichten und in Kultur- und Bildungssendungen soll künftig die Regel und nicht die Ausnahme sein. Zu unserem großen Bedauern stellen wir fest, dass Menschen mit Behinderungen in den Gremien der Rundfunkanstalten deutlich unterrepräsentiert sind. DIE LINKE fordert, diese unhaltbaren Zustände baldmöglichst zu beenden.

Medienbildungsakteure vernetzen

18. Welche Vorschläge haben Sie, um einen nachhaltigen Austausch aller im Bereich Medienpädagogik und Medienbildung tätigen Organisationen zu ermöglichen?

19. Wie stehen Sie zur Initiierung eines Berliner Aktionsbündnisses für Medienbildung?

20. Wie stehen Sie zu der Überlegung, der mabb im Zuge einer Neuregulierung der Medienkompetenz-Förderpolitik im Medienstaatsvertrag der Länder Berlin und Brandenburg mehr Handlungsspielräume zu verschaffen, um stärker strukturbildende Maßnahmen zu unterstützen?

Zu 18. Bis 20.

DIE LINKE. Berlin steht der Idee der Schaffung eines Berliner Aktionsbündnis Medienbildung unter Einbeziehung aller medienbildungsrelevanten Träger und Initiativen aufgeschlossen gegenüber und wird entsprechende Initiativen unterstützen.