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Wahlprüfstein
 

TK spezial

Techniker Krankenkasse Landesvertretung Berlin/Brandenburg

Was sind für Sie die künftigen Herausforderungen für das Berliner Gesundheitswesen?

Die Sicherung der ambulanten Versorgung in der Fläche, zeit- und wohnortnah. Die personelle und strukturelle Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes mit einer offensiven Aufgabenstellung nicht nur im sozialkompensatorischen Bereich, sondern auch im Hinblick auf Prävention und Prophylaxe.

Die auskömmliche Finanzierung der Berliner Krankenhäuser gemäß Krankenhausfinanzierungsgesetz.

Zu geringe Investitionsmittel belasten die Berliner Krankenhausversorgung. Wie wollen Sie den Investitionsstau lösen?

Ein Sonderinvestitionsprogramm mit dem der Investitionsstau vor allem der öffentlichen Krankenhäuser endlich aufgelöst wird.

Ein entsprechendes Finanzierungskonzept, unabhängig von der jeweiligen Haushaltslage, ist zu entwickeln.

Als weitere Säule der Krankenhausfinanzierung braucht es endlich so etwas wie eine Vorhaltepauschale aus Steuermitteln, mit der für die Krankenhäuser jene Kosten ausgeglichen werden, die dadurch entstehen, dass sie im Rahmen ihres öffentlichen Versorgungsauftrags Strukturen 365 Tage im Jahr über 24 Stunden vorhalten müssen, ohne dass diese sich über die Einnahmen aus dieser Vorhaltung »rechnen«. Ein erster Schritt dazu wäre eine entsprechende Bundesratsinitiative.

Patienten machen nicht an Ländergrenzen halt. Wie sollte die Zusammenarbeit der Länder Berlin und Brandenburg in der Gesundheitsregion in den nächsten 5 Jahren aussehen?

Eben weil die Versorgung nicht an den Ländergrenzen aufhört, gibt es diese Zusammenarbeit bereits, sowohl in der Versorgung, wie auch in der Medizinerausbildung.

Erkannte Probleme wären konkret zu benennen und gemeinsam zu lösen.

Die Digitalisierung verändert auch das Berliner Gesundheitswesen. Wo sehen Sie den größten Nutzen für die Patienten?

Die Digitalisierung kann den notwendigen Zugriff auf die jeweilige Behandlungshistorie des Patienten mit den entsprechenden Daten, mit seinen Laborwerten, Röntgenbildern, mit der allgemeinen Anamnese und den Ergebnissen weiterer Untersuchungen für den aktuell behandelnden Arzt erleichtern.

Doppeluntersuchungen und anamnestische Unklarheiten in der Kommunikation mit dem Patienten könnten so vermieden werden. Allerdings sind die datenschutzrechtlichen Vorbehalte ernst zu nehmen.

Was wären Ihre ersten Schritte nach der Wahl?

Tief durchatmen und hoffentlich an die Arbeit gehen, um das umzusetzen, was hier formuliert wurde.