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21. August 2013Stefan Liebich

Wahlsieg im Haus der Sinne

Die Diskussion, die im Haus der Sinne an der Ystader Straße in Prenzlauer Berg stattfand, war alles andere als sinnlich. Moderator Heiner Funken gab jedem der anwesenden Pankower Wahlkreiskandidaten die Gelegenheit sich vorzustellen. Das taten alle brav und mehr oder weniger ausführlich. Ganz klar, dass, wenn die Mauerpark Stiftung Welt-Bürger-Park e.V. einlädt, auch dem Mauerpark ein Kapitel gewidmet wird. Doch wirklich Neues hat der gut gefüllte Saal zu dem Thema nicht erfahren.
Bemerkenswerter waren die Positionen der wahlkämpfenden Diskutanten zum NSA-Skandal. Alle Vertreter, von CDU bis Piratenpartei, waren sich darin einig, dass wir hier erst nur die Spitze des Eisbergs kennen, sich die Bundesregierung bisher in jeder Hinsicht falsch verhalten hat, Deutschland Edward Snowden hätte Asyl gewähren müssen und schlussendlich Geheimdienste generell aufgelöst gehören. Auch die Blindheit auf die Mordanschläge der NSU stießen vor dem Hintergrund der flächendeckenden Überwachung auf Unverständnis.
Bevor das Ergebnis der Saal-Wahl bekannt gegeben wurde, hatten die Parteienvertreter noch einmal die Möglichkeit, laut über Koalitionen nachzudenken. Dabei war vor allem beeindruckend, wie die eigene Lage die Perspektive beeinflusst. So geht Linus Vollmar (FDP) ganz selbstverständlich davon aus, dass weiterhin schwarz-gelb regiert, Stefan bedauerte den kategorischen Ausschluss einer rot-rot-grünen Regierung durch die SPD-Spitze, der grüne Andreas Otto schien wie seine Partei mit jedem zu wollen, Hauptsache er kann, Klaus Mindrup hielt beharrlich an der Vision fest, dass die SPD bis zur Wahl noch einmal ganz deutlich zulegen und somit rot-grün möglich wird, Lars Zimmermann rechnet ganz fest mit einer schwarz-grünen Koalition und Fabricio do Canto bedauerte die Politikverdrossenheit im Allgemeinen und das Nichtwählen im Besonderen.
Absurd erschien an diesem Abend auch manche politische Selbstverortung der Kandidaten. Ein besonderer Kracher war die Einschätzung Zimmermanns, er sehe sich als Linksliberaler. Ob das Mutti weiß, was da für Leute die CDU unterwandern?
Die gute Nachricht zu guter Letzt. Bei der Saal-Wahl holte Stefan die meisten Erststimmen. Mitten in Prenzlauer Berg. Ich finde, es ist ein sehr repräsentatives Ergebnis.

Nicole Trommer

Erfolg bei der Probe