Zurück zur Startseite
21. April 2012Basiskonferenz DIE LINKE. Berlin

Tue Gutes und sprich darüber!

Zauberwort Kommunikation

Wie wollen wir in der Partei und in der Gesellschaft kommunizieren? Was können wir gut? Was müssen wir ändern, was verbessern?

Mit den parteieigenen Medien, vor allem den Bezirkszeitungen und der Landesinfo befasste sich der workshop zur Öffentlichkeitsarbeit. Zwei alternative Ansätze haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv diskutiert.

21. April 2012Basiskonferenz DIE LINKE. Berlin

Bericht vom Workshop Medienkonzept

Zu Beginn fasste Thomas Barthel die Arbeitsergebnisse der seit Februar arbeitenden AG Strategische Öffentlichkeitsarbeit zusammen. Deren Aufgabe war die Erarbeitung von Vorschlägen zur Neuordnung der Printmedien, des Online-Konzepts und der innerparteilichen Kommunikation. Er räumte dabei ein, dass allein schon aufgrund des Umfangs der Aufgabenstellung diese in vielerlei Hinsicht erst andiskutiert werden konnte, weshalb die Arbeit auch nach der Basiskonferenz fortgesetzt werden sollte.

Ausgangspunkt für die Diskussion war, dass DIE LINKE Berlin nach den Wahlen für die Medien die uninteressanteste Partei im Berliner Abgeordnetenhaus ist. Deutlich wird das in einem spürbaren Rückgang an Presseanfragen und damit verbunden in der medialen Wahrnehmung. Daraus ergibt sich die Aufgabe: Was können wir selbst tun, um mit unseren eigenen Medien eine größere Öffentlichkeit zu erreichen?

Die AG Strategische Öffentlichkeitsarbeit hat sich daher sowohl mit Zustand der eigenen Medien befasst als auch mit der Art und Weise, wie diese erstellt werden. Dabei ist sie auf eine Reihe von Problemen gestoßen, die in den 5 Thesen der AG Strategische Öffentlichkeitsarbeit zusammengefasst wurden, die auf der Basiskonferenz schriftlich vorlagen. www.die-linke-berlin.de/fileadmin/download/2012/0421/Medienkonzept_Thesen.doc Die Quintessenz der Thesen lautet, dass das größte Problem unserer Öffentlichkeitsabreit derzeit der Mangel an arbeitsfähigen gemeinsamen Strukturen ist.

„Egal für welche konkreten neuen Medienformate wir uns zukünftig entscheiden, sie werden nur dann zu einer Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit führen, wenn es uns gelingt, Strukturen der kontinuierlichen Zusammenarbeit in diesem Bereich im Landesverband neu herauszubilden. Das setzt voraus, dass nicht nur auf Landesebene, sondern auch in den Bezirksverbänden und den BVV-Fraktionen sowie der Berliner Landesgruppe im Bundestag Verantwortlichkeiten für die Öffentlichkeitsarbeit verbindlich geklärt sind“

In der an die Eingangsbemerkungen anschließenden Runde schilderten viele der Teilnehmenden eigene Erfahrungen und Eindrücke bei der Erstellung, der Verbreitung oder der Nutzung parteieigener Medien. Immer wieder wurde dabei dringend eine qualitative Verbesserung angemahnt. Vieles spreche Menschenaußerhalb der eigenen Reihen kaum an, sei oft text- und kopflastig. Obwohl die Mitgliederbefragung ergeben hat, dass die Mitgliedschaft die eigenen Medien nutzt und wahrnimmt, so ist dennoch festzustellen, dass vieles von dem was die Partei und die Fraktionen in den Parlamenten tun, nicht bekannt ist. Angeregt wurde auch, über neue ambitioniertere Formen, wie bspw. Internetradios nachzudenken.

Printmedien

Mehrfach hatte die AG Strategische Öffentlichkeitsarbeit während ihrer Treffen über die von den Bezirksverbänden und den Landesvorstand herausgegebenen „kleinen Zeitungen“ diskutiert. Unumstritten war dabei, dass die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den verschiedenen Zeitungen im Landesverband Berlin verbessert werden muss. Desweiteren war es Konsens, dass wir ein Bildungsangebot zur Professionalisierung der Redaktionsarbeit für die Akteure im Landesverband unterbreiten sollten.

Unterschiedliche Vorstellungen gab es darüber, ob dieses Zusammenwirken die Form einer gemeinsamen Zeitung annehmen oder in eine stärkere Integration von landes- und bundespolitischen Inhalten in die Bezirkszeitungen münden sollte. Zu beiden Wegen wurden Überlegungen vorgestellt.

Bezirkszeitungen fit machen! Durch Carolin Behrenwald und Damiano Valgolio www.die-linke-berlin.de/fileadmin/download/2012/0421/Bezirkszeitungen_fit_machen.pdf und Kräfte bündeln. Gemeinsame Zeitung. Wann, wenn nicht jetzt? Durch Kathi Seefeld www.die-linke-berlin.de/fileadmin/download/2012/0421/Gemeinsame_Zeitung.pdf In der anschließenden Diskussion wurde das pro und Contra zu den jeweiligen Konzepten zum Ausdruck gebracht.

In Bezug auf die Bezirkszeitungen wurde darauf verwiesen, dass es damit weiterhin eine zersplitterte Wahrnehmung gebe, allein schon durch das unterschiedliche Layout. Auch berichteten einige GenossInnen, dass die Zahl der verteilten Exemplare eher rückläufig ist und diese größtenteils nur noch an bekannte Adressaten gehen würde. Das wiederum sorge dafür, dass die Zeitungen eher als Mittel der Mitgliederinformation betrachtet werden und weniger als ein Medium, dass sich an breitere Bevölkerungskreise wende. Allgemein wurde angemerkt, dass die Bezirkszeitungen oft wenig professionell gemacht sind und wirken.

Positiv sprach für die Bezirkszeitungen, dass es eine hohe Identifikation der Mitglieder mit den jeweiligen Zeitungen gibt, über die Verteilung, die Mitarbeit oder bestimmte Rubriken. Auch wurde das hohe Interesse der Berliner/innen an Informationen aus dem Bezirk bzw. aus dem Kiez hervorgehoben, welches durch Bezirkszeitungen besser befriedigt werden könne.

Dem wurde entgegen gehalten, dass in dem Konzept einer gemeinsamen Zeitung versucht wird, gerade diese positiven Aspekte mit aufzuheben. Diese überlassen den Bezirken ausreichend Raum zur eigenen Gestaltung, die auch durch die bisher aktiven Menschen vor Ort übernommen werden müsste, da das keinesfalls zentral erfolgen kann. Der Vorteil in diesem Konzept sei ein gemeinsamer Auftritt, der professioneller und attraktiver erfolgen könnte.

Insgesamt hielt sich die Präferenz der Teilnehmenden für das eine oder das andere Konzept etwa die Waage. Nicht nur deshalb bestand Einigkeit darüber, dass diese Entscheidung nicht über`s Knie gebrochen werden darf und die Diskussion unter Beteiligung der verschiedenen Akteure vor Ort weitergeführt werden soll. Dementsprechend war eine Bitte/ ein Auftrag der Teilnehmer/innen an dem Workshop an die Bezirksverbände und ihre Vorstände, die Frage in Gremiensitzungen und/oder Basistagen unter Beteiligung der Redakteur/innen, Verteiler/innen, Leser/innen zu thematisieren und sich dazu Vertreter/innen der jeweiligen Konzepte einzuladen. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit war es nicht möglich noch den Bereich der Online-Kommunikation zu diskutieren. Der Landesvorstand wurde gebeten, eine Fortsetzung des workshops zu diesem Thema zu organisieren.

f.d.R. Thomas Barthel