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18. Juni 2017IG Nahverkehr

Verkehrserschließung des Neubaugebiets Blankenburger Süden

In der Koalitionsvereinbarung für 2016 bis 2021 heißt es (auf den Seiten 47 und 63): »Für neue Stadtquartiere muss eine leistungsfähige ÖPNV-Erschließung gewährleistet sein«, »… wird die Koalition sicherstellen, dass bei der Aufstellung von Bebauungsplänen … die Anforderungen durch einen Straßenbahnbetrieb berücksichtigt werden.«

Grundsätzliche Aussagen dazu finden sich im »Leitbild Moblität in Berlin« vom Mai 2015, insbesondere in den Kapiteln »Was wir wollen« und »Verkehrsvermindernde Stadtplanung«.

Beschreibung des Neubaugebiets

Das Entwicklungsgebiet Blankenburger Süden ist in vier Teilbereiche in den Ortsteilen Blankenburg, Französisch Buchholz und Heinersdorf eingeteilt. Wohnungsbauschwerpunkt ist der Teilbereich 1, der etwa begrenzt wird von Heinersdorfer Straße, Blankenburger Pflasterweg, Steintaler Weg und Schmöckpfuhlgraben. Im Norden am Blankenburger Pflasterweg wurde begonnen, die ehemaligen Kasernen und Studentenwohnheime zu entkernen und zum Teil umzugestalten, der Rest ist landwirtschaftliche Nutzfläche (Acker). Die vorbereitenden Arbeiten sollen 2018 abgeschlossen werden, Baubeginn soll 2023 sein.

Derzeitige Verkehrsanbindung

Das Gebiet ist 1 bis 3 km von der S-Bahn-Station Blankenburg entfernt, von Pankow-Heinersdorf noch weiter.

Die Buslinie 158 führt im 20-min-Takt vom Ortskern Blankenburg entlang der Heinersdorfer Straße zum Ortskern Heinersdorf und hat dort Anschluss an die Straßenbahnlinie M2 zur S-Bahn-Station Prenzlauer Allee und zum Alexanderplatz.

Die Buslinie 154 führt im 20-min-Takt von Neu-Hohenschönhausen über Malchow den Blankenburger Pflasterweg entlang zum Ortskern Blankenburg und zur S-Bahn-Station.

Straßenbahn-Vorhaben

Das mit dem Neubaugebiet erheblich ansteigende Verkehrsaufkommen wird mit den vorhandenen Buslinien nicht zu bewältigen sein, selbst dann nicht, wenn diese auf einen 10-min-Takt verdichtet werden. Eine Lösung ist nur mit der Straßenbahn möglich.

Die Koalitionsvereinbarung 2016 bis 2021 enthält (auf Seite 63) die Aussage: »Für die folgenden Strecken wird die Koalition die Vorplanungen und Planfeststellungsverfahren sofort einleiten, so dass die bauliche Umsetzung innerhalb der Wahlperiode 2016 bis 2021 beginnen kann: … Erschließung des Neubaugebiets Blankenburger Pflasterweg (Verlängerung M2 ab Heinersdorf) und die Tangentialstrecke Pankow – Heinersdorf - Weißensee.«

Das Straßenbahnkonzept der LINKEN vom Februar 2016 enthält

  • als Priorität 2 die Neubaustrecke S und U Pankow – Granitzstraße – am Rand des ehemaligen Rangierbahnhofs unter der Prenzlauer Promenade hindurch – Heimdallstraße oder mitten durch eine Kleingartenanlage – Idunastraße (nicht Rothenbachstraße wie im IGEB-Plan) – Romain-Rolland-Straße – Rennbahnstraße - Weißensee Pasedagplatz. (Diese Strecke berührt das Neubaugebiet nicht, führt aber in dessen Richtung.)
  • als Priorität 3 die tangentiale Neubaustrecke Heinersdorf Romain-Rolland-Straße – Frithjofstraße – Blankenburger Straße bis zum Schmöckpfuhlgraben – in nordöstlicher Richtung mitten durch das geplante Neubaugebiet (genaue Strecke noch untersuchen) – Blankenburger Pflasterweg – Blankenburg Bahnhofstraße – Pasewalker Straße Ecke Blankenburger Weg. (Stattdessen könnte die Neubaustrecke auch ab Ecke Romain-Rolland-Straße die Blankenburger Straße entlangführen.)

Mit der Verlängerung der M2 wären die Hauptverkehrsströme über den S-Bahnhof Prenzlauer Allee in die Innenstadt und zum S-Bahnhof Blankenburg abgedeckt. Über die Tangentialstrecke wäre das Bezirkszentrum Pankow erreichbar, am Bahnhof Pankow ebenfalls die S-Bahn und die U2.

Mit dem Ziel der Netzbildung der Straßenbahnstrecken und flexibler Linienführungen sollte die Neubaustrecke nicht am Bahnhof Blankenburg enden, sondern bis an die Pasewalker Straße herangeführt werden. So wären Heinersdorf und Blankenburg mit Französisch Buchholz verbunden und könnte das Bezirkszentrum Pankow auf einem weiteren Weg erreicht werden. In fernerer Zukunft ließe sich die Strecke durch die Blankenburger Straße in Niederschönhausen zum Ossietzkyplatz verlängern.

Stand der Planungen

Für die Verlängerung der M2 laufen die Trassenuntersuchungen, aber nur bis zum S-Bahnhof Blankenburg und nur für den schnellsten Weg in die Innenstadt unter Vernachlässigung der Erschließung Heinersdorfs. Im Januar 2018 sollen die Trassenuntersuchungen für die Tangentialstrecke beginnen, insbesondere die Frage, wo und wie die Prenzlauer Promenade gekreuzt werden soll. Die BVG rechnet mit Fertigstellung beider Maßnahmen 2026.

Weitere Erschließungsvarianten

An geeigneter Stelle mitten im Neubaugebiet sollte eine Abzweigung berücksichtigt werden, von der aus später der Lückenschluss über Malchow zur Endstelle Hohenschönhausen Zingster Straße hergestellt werden kann. Eine Trasse dafür ist freizuhalten.

Weitere Überlegungen, mit der Straßenbahn in der Nähe der Station Pankow-Heinersdorf die Eisenbahn zu queren und die Prenzlauer Promenade entlangzuführen, berühren die Verkehrsströme im Neubaugebiet Blankenburger Süden kaum.