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LAZ | Ausgabe Juni 2002, Seite 7

Tobin-Steuer: Spekulation endlich begrenzen

Tagtäglich kommt es weltweit zu Devisentransaktionen von 1,5 bis zwei Billionen Dollar. Diese unvorstellbare Summe geht zu mehr als 90 Prozent auf Spekulationen zurück. In den 90er Jahren nahm der Handel mit Devisen pro Jahr um 18 Prozent zu, während der Handel mit realen Waren nur um zehn Prozent stieg. Rund 40 Prozent der Devisengeschäfte sind auf höchstens zwei Tage beschränkt. Die Gewinnerwartungen im Devisenhandel haben so einen größeren Einfluss auf die Währungen als reale Wirtschaftsfaktoren. Währungskrisen verursachten in den letzten Jahren dramatische wirtschaftliche und soziale Erschütterungen. Abhilfe könnte eine Steuer auf Devisengeschäfte schaffen.

Bereits vor 30 Jahren hatte der Wirtschaftswissenschaftler James Tobin diese Idee, doch die nach ihm benannte Steuer gibt es bis heute nicht. Die PDS-Fraktion setzt sich seit langem dafür ein. In einem Antrag verlangten wir eine Tobin-Steuer von 0,25 Prozent auf kurzfristige Devisengeschäfte in zunächst allen G7- und EU-Staaten sowie in der Schweiz, China und Australien. Jährlich könnten so 150 bis 250 Milliarden Euro eingenommen werden.


MdB Barbara Höll

finanzpolitische Sprecherin der PDS-Fraktion