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LAZ | Ausgabe Juni 2002, Seite 4

Die Basis bleibt das A und O

PDS-Landeswahlkampfleiter Carsten Schatz im Interview

Carsten, Du bist seit einem halben Jahr Geschäftsführer der Berliner PDS und jetzt auch Landeswahlkampfleiter. Welche Aufgaben hast Du in dieser Funktion vor den Bundestagswahlen am 22. September?

Wir wollen in Berlin fünf plus einen Direktwahlkreise holen und ein achtbares Zweitstimmenergebnis schaffen. Das erfordert im Land und in den Bezirken entsprechende Strukturen, die wir auch gebildet haben. Auf Landesebene das Wahlbüro und in den Wahlkreisen Direktwahlteams bzw. bezirkliche Wahlkampfstrukturen. Wahlkampf ist in erster Linie Kommunikation. Damit wir erfolgreich in die Gesellschaft kommunizieren können, muss die Kommunikation bei uns stimmen. Dazu gehört auch die Mitarbeit im Bundeswahlbüro. Schließlich sind Entscheidungen zu treffen, was der Wahlkampf kosten darf, welche Materialien und Veranstaltungen wollen wir machen, um möglichst wenig Geld auszugeben und doch viele Leute zu erreichen.

Stichwort Geld. Der Bundesvorstand hatte zur Finanzierung des Wahlkampfes die Spendenaktion »Gebt Acht!« gestartet mit dem Ziel, von jedem Mitglied acht Euro zu erhalten, was eine Gesamtsumme von 600.000 Euro ergeben sollte. Was bisher nur unzureichend funktioniert hat...

Ja, leider. Die Bilanz Ende Mai ergibt erst ein Zehntel der anvisierten Summe. Das Geld ist für den Wahlkampf eingeplant, soll zu 30 Prozent den Westverbänden zugute kommen und zur Hälfte in dem Land bleiben, wo es gespendet wurde. Wir werden mit den Bezirken diese Kampagne mit Nachdruck führen und alle Genossinnen und Genossen bitten, sich zu beteiligen.

Welche Rolle wird der Basis im Wahlkampf zukommen?

Die wichtigste. Es ist eine der Stärken der PDS, dass sie vor Ort mit Genossinnen und Genossen Wahlkampf führen kann. Nun kann von unseren vielen älteren Mitgliedern nicht mehr jede und jeder stundenlang vor der Kaufhalle stehen oder Plakate an Laternenmasten aufhängen, das ist klar. Aber Wahlkampf ist auch, das Gespräch in der Familie zu führen, im Freundeskreis, mit den Nachbarn, auf der Arbeit, worum es bei dieser Wahl geht. Wir als Landesvorstand werden den Mitgliedern auch Argumente in die Hand geben, was mit der Regierungsbeteiligung der PDS in Berlin erreicht wurde und wie achtbar sich unsere Leute im Senat in den ersten paar Monaten geschlagen haben. Auch auf unserer Landeskonferenz am 29. Juni, im ehemaligen Staatsratsgebäude, wird es um die bisherige Bilanz und um die neue Rolle, die die PDS in Berlin spielt, gehen, da es doch eine Reihe Irritationen gibt. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen.