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landesinfo | Ausgabe März 2004, Seite 2

Chance für Ost-Wissenschaftler

Um 144 Mio. Euro werden die Etats der Bezirke in diesem Jahr erhöht. Das hat der Senat beschlossen. Er ist damit der PDS-Forderung nach sozialer Balance in der Stadt gefolgt. Denn allein 64 Millionen Euro betreffen den Bereich »Hilfe zum Lebensunterhalt«, und das in einer Stadt, in der mehr als 300.000 Menschen als arm gelten.

Die Enquete-Kommission »Eine Zukunft für Berlin« hat ihre Arbeit aufgenommen. In ihr arbeiten 19 Vertreter aller Fraktionen und Sachverständige mit. Die PDS-Fraktion ist durch ihren Vorsitzenden Stefan Liebich, durch die stellvertretende Vorsitzende Carola Freundl sowie durch die Politikwissenschaftlerin Silvia von Steinsdorf und den Stadtplaner Stefan Krätke vertreten. Ziel ist es, bis zum Sommer Vorschläge zu unterbreiten, die über die Sanierung des Landeshaushalts hinausgehen.

Vor allem im sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereich hat sich in den letzten 15 Jahren eine »zweite Wissenschaftskultur« entwickelt. Das geht aus einer Studie des Instituts für Hochschulforschung hervor. Sie belegt zugleich, dass die Integration von Wissenschaftlern aus dem Ostteil der Stadt nach der Wende »ausgesprochen problematisch verlaufen« ist. So wurden an der Humboldt-Universität 75 Prozent der Professoren und 70 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter relegiert. Wissenschaftssenator Thomas Flierl prüft derzeit geeignete Formen, die Betroffenen nachträglich und würdig aus dem Universitätsdienst zu verabschieden.