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landesinfo | Ausgabe April 2004, Seite 1

Am 13. Juni: Sozial wählen!

Die Tage sind gezählt. Es sind keine hundert mehr. Denn am 13. Juni wird ein neues EU-Parlament gewählt. Für die PDS ist das eine doppelte Herausforderung. Wir sind die pro-europäische Partei, die gegen Sozialabbau und Kriege kämpft. Allein das lohnt jede Stimme. Und wir sind hierzulande die Alternative, links von der SPD. Auch das spricht für uns. Allerdings: Die EU ist groß und Brüssel ist fern. So scheint es jedenfalls, wenn man Umfragen glaubt. Viele wissen noch nicht einmal, dass Wahlen anstehen. Und manche fragen sich ungläubig, was das mit ihnen zu tun haben könnte. Dabei werden inzwischen 80 Prozent aller politischen Entscheidungen von der EU mitgeprägt. Das ist oft folgenreicher als alles, was in Berliner Bezirks-Rathäusern bewegt werden kann. Schon deshalb ist es wichtig, nichts dem Selbstlauf zu überlassen. Ich jedenfalls will wissen, wer im Parlament das Sagen hat, ich will es mitbestimmen. Als Wahlkampfleiter der Berliner PDS habe ich allerdings noch ein Zusatzmotiv. Immer, wenn ich Gesine Lötzsch und Petra Pau im Bundestag sehe, allein, links, aber ganz hinten, dann werde ich an unsere Wahlniederlage 2002 erinnert.

Gewiss, seit Geraumem haben wir wieder bessere Umfragewerte. Aber wirklich gewichtet wird an Wahltagen. Deshalb geht es für die PDS am 13. Juni nicht nur um einen Achtungserfolg. Gemessen wird auch unser künftiges Bundes-Gewicht. Der Wahlkampf ist vorbereitet. Nun muss er bestritten werden – sichtbar, hörbar, gewinnend. Und wiederholt: Die Tage sind gezählt.


Carsten Schatz

Landesgeschäftsführer