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18. April 2015

Beats against racism

Rund 10.000 Leute sind insgesamt auf den Kreuzberger Oranienplatz gekommen, um gegen die weitere Verschärfung des Asylrechts zu protestieren, für ein besseren Bleiberecht zu demonstrieren und gemeinsam mit Geflüchteten zu feiern. Und das kam nicht zu kurz. Mit Peter Fox und Band und International Ambassy, aber auch vielen weiteren Künstlerinnen und Künstlern hat es das Bündnis gegen die Asylrechtsverschärfung und für eine bedingungsloses Bleiberecht geschafft, Kultur und Politik, Kultur und Protest zu verbinden.

Mehr als 1000 Menschen sind in den letzten Tagen im Mittelmeer ertrunken. Sie sind Opfer einer mörderischen Abschottungspolitik der Europäischen Union. Treibende Kraft hinter der Abschottung ist immer wieder die deutsche Bundesregierung. Und die wird nicht müde, die Lebensbedingungen der Flüchtlinge, die es bis hierher geschafft haben, weiter einzuschränken.

Deshalb konzentrieren sich die Forderungen an diesem Tag auf dem O-Platz nicht nur auf die Gesetzgebung. Das ganze System europäischer Flüchtlingspolitik muss grundlegen geändert werden. Die Philosophie der Abschottung muss durchbrochen werden. Wir brauchen eine wirksame Seenotrettung im gesamten Mittelmeerraum. Die Grenzschutzbehörde Frontex gehört abgeschafft und durch Lebensretter ersetzt. Wir brauchen legale Zugangsmöglichkeiten zur EU. Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen ist richtig, aber nicht auf Kosten des Lebens derjenigen, die aus ihren Herkunftsländern fliehen müssen und ihr Leben auf maroden Kähnen riskieren. Wer Schlepper und Schleuser bekämpfen will, muss jetzt die Grenzen öffnen und legale Einwanderungsmöglichkeiten schaffen. 

Fotos: Team Tas, Doris Hammer, Katina Schubert (auch Text)