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11. September 2016Jasmin Giama-Gerdes

Gudvanger Spielstraße

Richtig roter Kopf.Ah, da isse ja.Am Humannplatz!

Die Spielstraße – ein Bürgergespräch

Letzten Sonntag ging es am Humannplatz, an der Ecke Gudvanger Staße heiß her: viele spielende Kinder eroberten für ein paar Stunden die Straße. Veranstaltet wurde die Aktion von der Initiative Temporäre Spielstraße und dem Volksentscheid Fahrrad, sie riefen zu einer gemeinsamen Demonstration auf. Am Roten Rathaus begann die Fahrraddemonstration und endete in einer Podiumsdiskussion mit den im Bezirk vertretenen Parteien.

Am Rande der Diskussion führte ich einige Gespräche mit Anwohnerinnen und Anwohnern des Humannplatzes. So unterhielt ich mich auch mit Katrin, der Kitaleiterin einer der umliegenden Kitas, die auf Spielflächen in der Nähe angewiesen sind. Viele der kleinen Kitas haben keine eigenen Freiflächen für ihre Kinder.

„Im Laufe der letzten Jahre sind in unserer Nachbarschaft mindestens fünf weitere kleine Kitas entstanden, alle ohne Garten. Hinzu kommen die Tagesmütter die auch immer mehrere Kinder haben. So ist seit mindestens zwei Jahren der Humannplatz auch vormittags sehr voll mit Kita-Kindern. In den Ferien kommen häufig noch die Kinder aus den umliegenden Schulen dazu. Wir können dann nur noch selten hingehen.“

Bereits seit einem Jahr kämpft die Initiative Temporäre Spielstraße trotz vieler Unterstützer wie Greenpeace Berlin, den Freunden der Jugendverkehrsschule Moabit und Prenzlauer Berger Kitas für die temporäre Nutzung der Straße durch Kinder. Auch der einstimmige Beschluss der Parteien auf der kommunalen Ebene konnte nichts daran ändern, dass die Straße nur ein einziges Mal als Spielstraße genutzt werden konnte. Denn durch gerichtliche Schritte von Anwohnern dagegen verzögert sich die Umnutzung immer wieder.

Dabei ist der Kiez mit Spielplätzen unterversorgt. Normalweise wären ein Quadratmeter Spielfläche pro Person notwendig, tatsächlich stehen aber den über 14.000 Einwohnern nur etwa ein Drittel dessen zur Verfügung, gar nicht eingerechnet die Kitas und die Kinder der Tagesmütter.

Die Straße tagsüber Kindern zur Verfügung zu stellen und nur noch nachts die Autos parken zu lassen, ist vielleicht keine optimale Lösung, sie funktioniert aber schon in anderen Städten wie Bremen oder Frankfurt. Es ist notwenig hier umzudenken: Wir brauchen mehr Platz für Kinder in Berlin.