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Politik von A bis Z

Fahrradverkehr

Der Fahrradverkehr hat in Berlin inzwischen einen Anteil am Gesamtverkehr von 13 Prozent. Seine Bedeutung nimmt kontinuierlich zu. Für die auch in Berlin dringend erforderliche Verkehrswende ist das eine gute Nachricht.

Der Ausbau der Radinfrastruktur in Berlin verläuft aber viel zu langsam. Die bestehenden Radwege sind zu großen Teilen marode und entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Radverkehrsanlagen. Bauliche Radwege auf Gehwegen müssen, wo möglich, zurückgebaut und auf die Straßen verlegt werden. Schutzstreifen sind in einer Standardbreite von zwei Metern anzulegen.

Für den Ausbau der Infrastruktur wollen wir das Personal in der Verwaltung auf Landes- und Bezirksebene verstärken. So soll u.a.in allen Bezirken mindestens eine Ingenieursstelle für die Belange des Radverkehrs eingerichtet werden. Die jährlich aufgewendeten Mittel für Neubau und Instandhaltung von Radverkehrsanlagen wollen wir von derzeit 6 Millionen Euro pro Jahr auf 16 Millionen Euro im Jahr erhöhen.

DIE LINKE. Berlin unterstützt die Initiative für einen Volkentscheid zur Förderung des Radverkehrs.

Unsere wesentlichen Forderungen sind:

  • Schaffung eines dichten, zusammenhängenden, umwegarmen, auf Zuwachs bemessenen Radwegenetzes, bestehend aus markierten Radfahrstreifen auf den Fahrbahnen, eigenständigen Radwegen und Fahrradstraßen. Der Platz dafür ist durch Reduzierung der Fahr- und Abstellflächen für Autos zu gewinnen, keinesfalls zulasten der Fußwege.
  • Der Ausbau des Radwegenetzes muss die zunehmenden elektrischen Zusatzantriebe und die Zunahme von breiteren Lastenfahrrädern berücksichtigen, außerdem die unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Fahrweisen der Radfahrer. Elektrische Kleinkrafträder gehören dagegen auf die Fahrbahn.
  • Bestehende Radwege sind zu pflegen und zu erhalten, soweit sie nicht zum Schutz der Fußgänger auf die Fahrbahnen zu verlagern sind. Die Radwege sollen glatten fugenfreien Belag haben und weitgehend geradlinig ohne abrupte Knicke verlaufen.
  • Die Vorschriften zum Benutzen von Radwegen, Radfahrstreifen und Fußwegen durch Radfahrer und Kleinfahrzeuge sind zu vereinfachen, so dass auch Kinder problemlos ihre Schulwege zurücklegen können und die Fahrradmobilität bei angemessener Geschwindigkeit nicht beeinträchtigt wird. Alle Einbahnstraßen für den Radverkehr der Gegenrichtung sind freizugeben.
  • Schaffung von mehr Fahrradabstellanlagen durch Reduzierung von Autoabstellplätzen, vor allem an Einkaufseinrichtungen, Behörden, S-Bahn- und U-Bahn-Stationen, Straßenbahn- und Bushaltestellen, Freizeit- und Erholungsanlagen.
  • Fahrrad-Service-Stationen sollen an ausgewählten Verkehrsknotenpunkten entstehen. Sie bieten kontrollierte Aufbewahrung, Reparatur, Verleih, Beratung und Waschdienst.
  • Die Kapazität der öffentlichen Verkehrsmittel, insbesondere S-Bahn, Regionalbahn und U-Bahn, sind dem steigenden Bedarf zur Fahrradmitnahme anzupassen. Inhaber von Monats- und Jahresfahrkarten sollen Fahrräder unentgeltlich mitnehmen dürfen.
  • In den Strategien für den Langsamverkehr muss auch der zunehmende Einsatz solcher Kleinfahrzeuge wie Rollatoren, Rollstühle, Tretroller, Rollbretter, Rollschuhe, Inlineskater und Segways berücksichtigt werden.